Wienerberger mit kräftigem Gewinnplus

Der weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger steuert heuer mitten in der Pandemie auf einen Gewinn über dem Vorkrisenniveau von 2019 zu. In den ersten drei Quartalen 2021 verfünffachte der Baustoffproduzent das Ergebnis unter dem Strich gegenüber der Vorjahresperiode von 43,3 auf 227,3 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro, wie der Konzern am Dienstag bekanntgab. Die Auftragslage sei hervorragend und die weltweit rund 200 Werke seien hoch ausgelastet.

„Wir haben uns über die letzten Jahre gut vorbereitet – und auch unsere Energie vorausschauend eingekauft“, sagte Konzernchef Heimo Scheuch mit Blick auf die extrem steigenden Strompreise im Gespräch mit der APA. Ein Vorteil sind in der Coronakrise auch die lokalen Lieferketten des Unternehmens. „Wir hängen nicht von asiatischen oder anderen Lieferketten ab.“

Am Pandemie-Management der österreichischen Bundesregierung übte der Konzernchef indes unverhohlen Kritik: „Das ist ja keine Studentenparty, wo man an einem Tag sagt, das ist vorbei, am nächsten dann wieder doch nicht“, so der Unternehmer. Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie hätten seiner Meinung nach früher klar gesetzt und besser kommuniziert gehört.

„Dass der Herr Heimo Scheuch nicht zufrieden ist mit der österreichische Situation, das können Sie festhalten“, sagte der Konzernlenker zur APA. Beim Vorgehen der Politiker vermisst der CEO „normalen nachhaltigen Managementstil“. Als nicht ausreichend kommuniziert wertet Scheuch die Notwendigkeit sich impfen zu lassen und Maßnahmen zu setzen – „und dass man hier die Anweisungen ernst nimmt“. „Man geht ja impfen, um sich und die Mitmenschen zu schützen und um ein normales Leben, auch ein normales Wirtschaftsleben, aufrechtzuerhalten“, fügte er hinzu.

Die Ergebniserwartungen für den eigenen Konzern im heurigen Gesamtjahr hob Wienerberger indes ein weiters Mal an. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bereinigt um Auswirkungen von Konsolidierungskreisänderungen, Fremdwährungseffekten, Veräußerungen von betriebsnotwendigem und nicht betriebsnotwendigem Vermögen sowie Strukturanpassungen (EBITDA LFL) soll im Gesamtjahr 650 Mio. Euro erreichen. Zuletzt waren die Erwartungen zu den Jahreszielen wegen der „starken Performance“ im Sommer nach oben geschraubt worden – von 600 bis 620 Mio. Euro auf 620 bis 640 Mio. Euro. In den ersten drei Quartalen 2021 lag der Wert bei 509,1 Mio. Euro (plus 19 Prozent).

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Sämtliche Geschäftsbereiche hätten „eine ausgezeichnete Performance“ gezeigt. Akquisitionen stärken Wienerberger den Angaben zufolge auch für weiteres Wachstum. Alleine in den ersten drei Quartalen 2021 habe der Konzern über eine halbe Milliarde Euro für Übernahmen ausgegeben, sagte Scheuch zur APA.

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