Wiesberger nach 66er-Traumrunde um Spitzenplatz bei Masters

Golfprofi Bernd Wiesberger hat sich beim Masters in Augusta mit einer hervorragenden zweiten Runde von sechs unter Par ins Spitzenfeld katapultiert. Der Burgenländer benötigte nach sieben Birdies und einem Bogey lediglich 66 Schläge, das war beim sechsten Antreten seine mit Abstand beste Augusta-Runde. Mit insgesamt 140 Schlägen nach zwei Runden lag Wiesberger zur Turnierhalbzeit auf dem geteilten sechsten Platz lediglich drei Schläge hinter Spitzenreiter Justin Rose (137).

Der Engländer Rose war auch schon am Donnerstag dank einer 65 mit vier Schlägen Vorsprung voran gelegen, auf der zweiten Runde musste er sich mit 72 Schlägen begnügen. Hinter ihm auf Rang zwei reihte sich mit einem Schlag Rückstand das US-Duo Brian Harman (69) und Will Zalatoris ein (68) ein. Einen Schlag vor Wiesberger lag außerdem das Duo Jordan Spieth (USA) und Marc Leishman (AUS). Das bisher beste Masters-Ergebnis von Wiesberger datiert aus dem Jahr 2015, als er bei seinem Debüt 22. wurde.

Nachdem Wiesberger den Cut auch bei seinem sechsten Masters-Start geschafft hat, ging er am Samstag um 20.00 Uhr MESZ mit Spieth auf die dritte Runde. Die Finalrunden des mit 11,5 Mio. Dollar dotierten, 85. US Masters finden hingegen u.a. ohne Vorjahressieger Dustin Johnson statt. Der 36-jährige Amerikaner, klare Nummer 1 der Weltrangliste, benötigte in den ersten zwei Runden (74/75) zwei Schläge zu viel. Auch der Nordire Rory McIlroy und das 64-jährige Golf-Urgestein Bernhard Langer sind nicht mehr dabei.

Nach der umkämpften Auftakt-74 und Platz 30 präsentierte sich in Runde zwei ein zu Hochform auflaufener Wiesberger, der auf den Front Nine gleich fünf Birdies ohne Schlagverlust auf die Spielbahnen des berühmten Augusta National GC zauberte. Nur an der 12. Bahn, dem hantigen Par 3 über den Fluss im berüchtigten Amen Corner, biss sich der Österreicher erneut die Zähne aus. Danach spielte er aber weiter souverän und lag kurzfristig sogar an der Spitze des Feldes.

„Das war ein großartiger Tag heute“, freute sich Wiesberger, der nun in aussichtsreicher Position ins Wochenende geht. „Ich bin gut gestartet mit fünf unter Par nach den Frontnine.“ Danach sei es etwas schwieriger geworden. „Generell aber muss ich sehr zufrieden sein mit meiner niedrigsten Masters-Runde“, sagte der 35-jährige Burgenländer, bisher war das eine 70 gewesen. Vor allem zwei Gründe fand der Österreicher für das gute Score und seine nur 25 Putts. „Ich habe gut geputtet und im Gegensatz zu Donnerstag die großen Fehler vermieden.“

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Seinen Namen ganz oben auf dem Leaderbord zu sehen, sei „aufregend und nett“ gewesen, so Wiesberger. „Du weißt aber, dass es erst Freitagfrüh ist und noch eine Menge Golf vor dir liegt“, relativierte er. Wiesberger bedauert, dass diesmal seine Familie nicht in Georgia mit dabei ist. „Schade, dass sie nicht hier sind. Sie waren immer eine große Unterstützung. Aber ich bin sicher, dass sie daheim zugeschaut haben und auf meine beste Masters-Runde bisher mit einem Glas Wein angestoßen haben.“

Er müsse nun das aktuelle Momentum behalten, betonte Wiesberger. Die Vorzeichen dafür stehen beim ersten Major des Jahres 2021 gut. „Ich spiele gerne am Wochenende mit späten Abschlagzeiten, da liefere ich fast immer bessere Ergebnisse ab“, so der Österreicher. Der Wunsch ging dank seiner aktuellen Top-Platzierung zumindest für den Moving Day am Samstag automatisch in Erfüllung.

Gleichauf mit Wiesberger liegt u.a. Kim Si-woo. Und das, obwohl der 25-jährige Südkoreaner am Freitag auf der 15. Spielbahn aus Ärger seinen Putter kaputt machte und auf den restlichen vier Grüns des Kurses an der Magnolia Lane mit dem für lange Distanzen gebauten Holz 3 einlochen musste. Der Sieger der Players Championship von 2017 bleib dabei dennoch ohne Schlagverlust.

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