Neue Corona-Regeln für Wintertourismus

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Nach dem coronabedingten Totalausfall der Wintersaison 2020/21 steht die Tourismusbranche heuer vor einer Saison mit sehr strikten Corona-Auflagen.

„Heuer wird es auf jeden Fall Winterurlaub in Österreich geben – es wird sehr strenge Regeln geben“, kündigte die zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in einer Pressekonferenz in Wien an. Die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) gilt für Hotellerie, Gastronomie, Seilbahnbetriebe und Weihnachtsmärkte, die heuer stattfinden.

Keine Abstandsregeln

In geschlossenen Gondeln muss zusätzlich zum 3-G-Nachweis beim Ticketkauf eine FFP2-Maske getragen werden.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wird heuer in den Seilbahnen auf Kapazitätsbeschränkungen verzichtet. Es gelten auch keine Abstandsregeln mehr. Schlangen vor den Gondeln und Seilbahnen soll es heuer nicht geben. Viele Betriebe hätten ihren Online-Ticketverkauf seit vergangenem Jahr verstärkt.

„Die Basis für die Winterregeln ist der 3-Stufen-Plan, den die Regierung kürzlich bekannt gegeben hat und der per 15. September in Kraft getreten ist“, sagte die Tourismusministerin am Montag. Je nach Ansteigen der Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern werden verschärfte Corona-Maßnahmen verordnet.

Grenzen offen halten

„Das wird unsere Leitlinie sein, wie wir über die nächsten Monate sichere Rahmenbedingungen schaffen“, so Köstinger. „Ziel ist es auch, dass Österreich nicht mit einer (internationalen, Anm.) Reisewarnung belegt wird.“ Für Geimpfte und Genesene werde es kaum noch Einschränkungen geben.

Pistenparty möglich

Nach Betriebsschluss der Lifte wird heuer „Après-Ski auf jeden Fall möglich sein“, allerdings mit Einschränkungen. Es gelten dieselben Regeln wie für die Nachtgastronomie. „Eventuell wird zusätzlich eingeschränkt“, räumte die Ministerin ein. Ab Stufe 2 sei das die 2G-Regel. Die Sperrstunden für die Hüttengaudi an den Pisten „sind in den Gemeinden und Regionen autonom zu regeln“. Ab Stufe 3 zählt beim Testen generell nur noch ein PCR-Test, gab Köstiger bekannt. Antigentests gelten dann nicht mehr.

Ob die Corona-Tests für die Bevölkerung weiterhin „gratis“ sein werden, also ob die Nachweise aus dem Steuertopf bezahlt werden, ist noch nicht fix. „Wir überprüfen das, wie angekündigt, Ende September/Anfang Oktober und das läuft – da wird es zeitnah eine Entscheidung geben“, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Tirol baut auf PCR

Der via Video zur Pressekonferenz zugeschaltete Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) will die Testmöglichkeiten in dem westlichen Bundesland indes jedenfalls erweitern. „Selbstverständlich bauen wir nun die PCR-Infrastruktur aus, damit das problemlos über die Bühne geht“, betonte er.

„Dank Impfung, mittelfristiger Planung und engmaschigem Test-Netz geht Österreichs Tourismus optimistisch in die Wintersaison“, begrüßte Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, die vorgestellten Pläne: „Wenn wir die Auslastung der Intensivbetten niedrig halten und Lockdowns sowie Massenarbeitslosigkeit verhindern, haben wir schon sehr viel gewonnen.“

Ganz einfach: Impfen

Auch Walter Veit, ÖHV-Vizepräsident und erfahrener Skihotelier in Obertauern, ist zuversichtlich und forciert Impfungen. „Zwei kostenlose Stiche ermöglichen praktisch einen Skiurlaub wie damals. Ist das einmal in den Köpfen, steigt die Impfquote wieder um ein paar Prozentpunkte“, erklärte Veit.

Laut ÖHV-Branchenbefragung liegt die Impfquote unter Beschäftigten in der Qualitätshotellerie mit 72 Prozentdeutlich höher als in der Gesamtbevölkerung: „Wir legen da Tag für Tag weiter zu und bleiben Benchmark für alle anderen Bereiche“, ist er überzeugt, dass zwei kostenlose Impfungen die deutlich attraktivere Variante sind als dauernd testen und FFP2-Masken.

„Mit diesem Winterkonzept haben wir nun taugliche Instrumente in der Hand, um die anstehende Wintersaison für Gäste, Mitarbeiter und Betriebe planen zu können,“ lobten Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker von den WKÖ-Fachverbänden Hotellerie und Gastronomie die Strategie. Planungssicherheit habe, gerade in den kommenden Wochen, in denen traditionell der Winterurlaub gebucht wird, höchste Priorität für Betriebe wie auch Gäste.

Beide Branchenvertreter hoffen nun auf eine stabile Wintersaison, diese sei ein wesentlicher Schritt zu einer nachhaltigen Erholung.

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