„Wir Schüler sind flexibel“

Schülervertreter Schachtschabel richtet Blick auf neues Schuljahr

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Passend zur Halbzeit der Sommerferien in Oberösterreich sprach das VOLKSBLATT mit den Vertretern aus dem Bildungsbereich über Lehren, die man aus dem vergangenen Jahr ziehen muss und mit welchem Gefühl sie auf das bevorstehende Jahr blicken. Im Gespräch stellt sich der neue AHS-Landesschulsprecher Emil Schachtschabel den Fragen.

VOLKSBLATT: Die Hälfte der Sommerferien ist vorbei? Wie blicken Sie als neuer AHS-Landesschulsprecher mit etwas Abstand auf das abgelaufene Jahr zurück?

SCHACHTSCHABEL: Auch das letzte Jahr war wieder geprägt von Corona und Ungewissheit. Genau das war eine große Herausforderung für uns Schülerinnen und Schüler. Jedoch kann man sagen, dass die Schülerschaft froh war, nicht wieder in ein Homeschooling gehen zu müssen und die sozialen Kontakte in der Schule waren ausschlaggebend für ein erfolgreiches letztes Schuljahr.

Was hat im Vergleich zum ersten Schuljahr in der Corona-Krise besser funktioniert?

Das Schuljahr 2020/21 war ein sehr schwieriges Jahr. Corona war für uns alle neu und keiner wusste, wie es weitergeht. Im darauffolgenden Schuljahr wussten Entscheidungsträger besser, wie die Situation zu behandeln ist. Aber wie uns die letzten Jahre gezeigt haben, ist eine Pandemie unberechenbar und eine Planbarkeit nicht vorhanden.

Besonders schwierig war die Situation für alle Maturanten. Was wünschen Sie sich für die kommenden Matura-Generationen?

Wir, als frisch gewählte Landesschülervertretung, legen großen Wert auf eine fair angepasste Matura. Je nachdem wie das nächste Jahr abläuft, muss evaluiert werden, wie die Matura künftig für Maturantinnen und Maturanten gestaltet wird.

Die Regierung kündigt für das kommende Schuljahr einen „gesamthaften Variantenplan an“. Was versprechen sich die Schüler davon?

Wir begrüßen einen Plan, der uns während der Schulzeit Sicherheit gibt. Es ist wichtig die Maßnahmen so anzupassen, wie es die aktuelle Corona-Situation verlangt. Besondere Vorsicht muss auf Schüler gelegt werden, die der Risikogruppe angehören.

Der Minister will den Plan am 27. August präsentieren, zwei Wochen vor Schulbeginn. Ist das früh genug?

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In meinen Augen sind zwei Wochen ausreichend, um sich auf neue Maßnahmen und Regelungen einzustellen. Wir Schülerinnen und Schüler und die Schulen haben in den letzten Jahren bewiesen, wie flexibel wir sein können.

Auch Ihnen ist der Lehrermangel sicher nicht entgangen. Wie attraktiv ist der Beruf aus Schülersicht?

Das Lehrer- Dasein hat in den letzten Jahren an Ansehen verloren. Für mich ist es aber auf jeden Fall ein Job, der bereichert und inspiriert. Die Möglichkeit, neue Generationen zu prägen und ihnen Wissen zu vermitteln, ist meiner Meinung nach auch eine wunderschöne Möglichkeit, sich selbst weiterzuentwickeln und jeden Tag dazuzulernen.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, um mehr junge Menschen oder Berufsumsteiger für den Beruf zu begeistern?

Man sollte in der Schule anfangen, berufsorientiert zu unterrichten. Das bedeutet, die Interessen und Talente einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers zu fördern und ihnen auch mitzuteilen, welche Berufsmöglichkeiten sie mit ihrem erlernten Wissen haben. So kann der Lehrberuf wieder attraktiver gemacht werden.

Welche Themen liegen Ihnen als neuer Landeschulsprecher besonders am Herzen?

Der Fokus muss endlich auf psychische Gesundheit gelegt werden. Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass Menschen mit psychischen Krankheiten keine Einzelfälle mehr sind. Hier muss man schon in der Schule ansetzen. Natürlich muss auch die Lehre über unsere Demokratie in den Schulen gefördert werden. Genau so wichtig ist der Ausbau der Berufs- und Studienorientierung und der Talenteförderung an den Schulen. Als Landesschülervertretung haben wir die Möglichkeit und die Verantwortung, die Schulen in OÖ besser zu machen. Darauf freue ich mich. Die Landesschulsprecher im BMHS- und im BS-Bereich, unser Team und ich, sind hoch motiviert und wir schauen optimistisch auf das neue Schuljahr.

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