„Wir stecken mitten in großen Aufgaben“

„Zukunftsagenda“ des Landes OÖ trägt bereits erste Früchte – Standortpolitik soll bestehende Herausforderungen bei Innovation, Fachkräften, Breitbandausbau, Energie und Forschung meistern

V. l.: WKOÖ-Präsidentin Hummer, LR Achleitner, LH Stelzer, IV OÖ-Präsident Greiner, Peter Mitterbauer (Miba), Teodoro Cocca (JKU)
V. l.: WKOÖ-Präsidentin Hummer, LR Achleitner, LH Stelzer, IV OÖ-Präsident Greiner, Peter Mitterbauer (Miba), Teodoro Cocca (JKU) © Land OÖ/Denise Stinglmayr

Ein bisschen auf die Schulter klopfen, Brille richten, bestehende Probleme erkennen und weiterarbeiten. So das Credo der positiven Zwischenbilanz der 2017 vom Land Oberösterreich gemeinsam mit der Industriellenvereinigung OÖ ausgearbeiteten „Zukunftsagenda“, deren Update nach zwei Jahren gestern in einem Mediengespräch präsentiert wurde.

Dieses hat nämlich zum zentralen Ziel, OÖ vom Mittelfeld zur Spitze der besten Industrieregionen Europas zu entwickeln. Und der eingeschlagene Weg trägt bereits erste Früchte: In der aktuellen RCI-Studie – im Regional Competitiveness Index wird die Wettbewerbsfähigkeit von insgesamt 268 Regionen der EU verglichen – hat sich OÖ um 29 Plätze auf Platz 74 verbessert.

„Wir stecken trotz der bisherigen Erfolge und Fortschritte noch mitten in großen Aufgaben“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer, der betonte: „Für den Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort OÖ ist es daher sehr wichtig, dass die Wirtschaft, Industrie und die Landespolitik gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Für WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer ist vor allem die „Förderung des Unternehmertums“ essenziell: Damit spricht sie etwa auch auf die (Heraus)Forderung an, die Vereinfachung und Beschleunigung der Behördenverfahren vor allem für Unternehmer zu intensivieren.

Breitbandausbau und Fachkräfte im Fokus

Um den Aufstieg zu den Top-10-Industrieregionen in Europa zu schaffen, muss laut IV OÖ-Präsident Axel Greiner eine Steigerung der MINT-Absolventen und Fachkräfte ins Auge gefasst werden. Als zentrale Herausforderung wurde die Forcierung des Breitbandausbaus genannt. Konkrete Fortschritte sieht man hingegen bei den Hochschulen: Die Budgetmittel seitens des Bundes für die JKU werden von 2019 bis 2021 auf 497 Mio. Euro erhöht. Ergänzend stellt das Land OÖ für die Jahre 2018 bis 2022 Zusatzmittel in Höhe von rund 40 Mio. Euro zur Verfügung. Die JKU wurde mit dem Aufbau des „Artificial Intelligence Lab“ als Teil des Linz Institute of Technologie (LIT) weiter aufgewertet. Die FH Hagenberg wird mit dem Ausbau des Softwareparks und der Etablierung des neuen Schwerpunkts IT-Security zukunftsfit aufgestellt.

FH Steyr mit zusätzlichen 4500 Quadratmetern

Und gestern wurde das neue, dritte Campus-Gebäude der Management-Fakultät der FH OÖ (und somit zusätzliche 4500 Quadratmeter) in Steyr eröffnet: „An der Management-Fakultät der FH OÖ in Steyr werden Akademiker mit internationalen Know-how ausgebildet, die digital fit sind. Sie sind es, die unseren Firmen helfen, wichtige Innovationen voranzutreiben und so im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu bleiben“, so Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. Aber auch mit Forderungen an die nächste Bundesregierung hält man nicht hinter dem Vorhang: Unter anderem will man standortrelevante Schienenprojekte – etwa eine Hochleistungsverbindung Linz-Braunau-Flughafen München sowie die Attraktivierung der Pyhrn-Schober-Achse durch den Neubau des Bosrucktunnels – anstoßen.

Es soll zudem der Aufbau eines neuen Spitzenforschungszentrums nach dem Vorbild von Silicon Austria in OÖ angestrebt werden, wo in enger Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft intelligente Energie- und Klimatechnologien federführend erforscht und entwickelt werden. Teodoro Cocca von der JKU sieht das Bundesland übrigens auf dem richtigen Weg: „Momentan sehe ich OÖ auf der Schulnote ,Gut’ stehen – wenn jedoch auf diesem Weg weitergearbeitet wird, ist schon bald ein ,Sehr Gut’ möglich.“ Er unterstreicht in seinen Ausführungen außerdem, dass ein gesunder Finanzhaushalt ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor sei und dass mit dem erstmals im Budgetvollzug erzielten Überschuss im Jahr 2018 und der Rückzahlungen von Schulden bereits wichtige Meilensteine erreicht wurden.hu

Wie ist Ihre Meinung?