Wirte-Sprecher warnt Kollegen vor „Verzweiflungsaktionen“

Mayr-Stockinger: Das macht Situation nicht besser, es wird nur teurer

Die Polizei räumte das Lokal in der Linzer Innenstadt und verhängte insgesamt 97 Anzeigen
Die Polizei räumte das Lokal in der Linzer Innenstadt und verhängte insgesamt 97 Anzeigen © APA/fotokerschi.at

Für großes Aufsehen hat – wie berichtet – am Montag eine Linzer Wirtin gesorgt, die ihr Lokal trotz Lockdown aufgesperrt hat.

Während etliche Passanten Verständnis zeigten – die Alleinerzieherin begründete den Verstoß gegen die Verordnung mit ihrer tristen finanziellen Lage – warnt Wirte-Sprecher Thomas Mayr-Stockinger seine Kollegen vor derartigen „Verzweiflungsaktionen“.

„Das macht die Situation auch nicht besser. Es drohten vielmehr Anzeigen und damit verbunden hohe Kosten für Strafen und Rechtsanwälte“, betont er im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Laut Polizei kassierten allein durch diese Lokalöffnung 37 Personen insgesamt 97 Anzeigen.

Branche braucht eine Perspektive

Das Problem sei, dass viele Betriebe zu wenig Rücklagen hätten, um mehrere Monate des Zusperrens durchtauchen zu können. Wenn dann das Geld seitens des Staates langsam fließe und die Banken keinen Überbrückungskredit mehr gewähren, werde es für so manchen Gastronomen eng.

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Mayr-Stockinger hofft daher auf ein Aufsperren in der Gastronomie nach dem 24. Jänner, eine Verlängerung des Lockdowns wäre hingegen für die Branche eine Katastrophe.

Als „unverantwortlich und unsolidarisch“ gegenüber all jenen, die sich an die Bestimmungen halten, bezeichnete der Linzer Bügermeister Klaus Luger die Aktion der Wirtin.

Die Stadt Linz habe Verständnis für die wirtschaftliche Situation der Gastronomen. Für einzelne Betreiber, die sich medial inszenieren und über Gesetzte hinwegsetzen, gebe es aber keine Toleranz.

Von Heinz Wernitznig

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