Bauern fordern Kennzeichnungspflicht auch für Veggie-Produkte

Setzen sich für mehr Transparenz ein (v. l.): Robert Pichler, Theresa Imre und Elisabeth Wolff
Setzen sich für mehr Transparenz ein (v. l.): Robert Pichler, Theresa Imre und Elisabeth Wolff © Wirtschaften am Land

Es gibt einen Hype, der aber hinterfragt werden muss, das meint die Jungbauern-Vertreterin Elisabeth Wolff. Die gesellschaftliche Beliebtheit veganer Produkte nimmt zu, der Jänner wurde in der Verganer-Blase ja zum “Veganuary” umbenannt.

Der Verein Wirtschaften am Land fordert gemeinsam mit den Wiener Jungbauern nun Herkunftskennzeichnung auch für diese Produkte, so wie diese ja auch für viele verarbeitete landwirtschaftliche Produkte gilt.

Sie stützt sich dabei auf eine Analyse von 153 veganen Fleisch- und Milchimitaten bei fünf verschiedenen Lebensmitteleinzelhändlern in Wien. Diese hätte ans Tageslicht gebracht: In mehr als drei von vier Fällen ist die Herkunft der Rohstoffe nicht ersichtlich. Bei Fleischimitaten waren es noch mehr.

„Die mangelnde Transparenz bei der Herkunft von veganen Fleisch- und Milchalternativen unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln“, erklärt Robert Pichler, Obmann des Vereins Wirtschaften am Land. Kritik kommt vor allem den Eigenmarken der Supermärkte. Hier sei die Kennzeichnung besonders schlecht, wird betont.

Kaum überprüfbar

„Erschreckend ist nicht nur, dass bei der Mehrheit der Produkte die Herkunft nicht erkennbar ist, sondern auch, dass lediglich 8 der 153 überprüften Produkte nachweislich aus österreichischen Rohstoffen bestehen“, so Elisabeth Wolff, „Die Intransparenz erreicht ihren Höhepunkt bei Fleischimitaten, wo bei 79 Prozent der untersuchten Produkte die Herkunft der Rohstoffe nicht ersichtlich ist. An zweiter Stelle stehen vegane Aufstriche mit 77 Prozent und Milchimitate mit einer unklaren Herkunft bei 67 Prozent der Produkte.“

Von Christoph Steiner

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