Beim Thema Wasserstoff spielt der Bosch-Standort Linz die erste Geige

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Der Technologiekonzern Bosch hat im vergangenen Jahr seinen Personalstand in Österreich neuerlich um fünf Prozent aufgestockt und beschäftigt hier jetzt fast 3.300 Leute. Der Fokus liegt dabei auf dem Bereich Forschung und Entwicklung. „Wir haben in den letzten beiden Jahren rund 440 Mitarbeiter in diesem Bereich aufgebaut“, sagt Helmut Weinwurm, Chef der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich.

Österreich habe sich innerhalb der Bosch-Gruppe als wichtiger F&E-Standort etabliert, sagte Weinwurm am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Das Unternehmen ist seit 125 Jahren in Österreich präsent und hat hier 2023 rund 1,4 Mrd. Euro Umsatz gemacht — etwas weniger als im Jahr davor.

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In Forschung und Entwicklung hat Bosch in Österreich rund 190 Mio. Euro investiert — das waren um 16 Prozent mehr als 2022. „Mit einer Forschungsquote von 14 Prozent spielt Österreich in der absoluten Topliga bei F&E“, sagte Weinwurm.

„Zudem haben wir im Vorjahr Investitionen in Höhe von 22 Mio. Euro getätigt, das ist eine Steigerung von 46 Prozent.“ Stark investiert wurde in die Infrastruktur im Werk in Hallein und im Linzer Engineering Center. In Linz sollen in den nächsten zwei Jahren weitere 28 Mio. Euro in den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur investiert werden.

Dabei geht es unter anderem um Elektrolyse-Stacks für die Wasserstoff-Herstellung, Brennstoffzellen-Antriebe und Wasserstoff-Tankstellenkomponenten bis hin zu wasserstofftauglichen Industriekesseln. Auch Engineering-Projekte in der Mobilitätstechnik werden umgesetzt, zum Beispiel vernetzte Mobilitätslösungen oder Elektrik/Elektronik-Architekturen in modernen Fahrzeugen.

Für das laufende Jahr sind die Aussichten von Bosch in Österreich auch vor dem aktuellen konjunkturellen Hintergrund weiter verhalten. „Das aktuelle Geschäftsjahr wird mindestens so herausfordernd wie 2023. Mit konjunkturellem Rückenwind ist nicht zu rechnen“, sagte Weinwurm. Demnach geht das Unternehmen für 2024 von einer stagnierenden weltweiten Fahrzeugproduktion, einem weiterhin schwachen Maschinenbaumarkt und einer rückläufigen Bauwirtschaft aus. Für 2024 machte das Unternehmen angesichts der vielen Unsicherheiten keine Prognose.

Die Bosch-Gruppe hat in Österreich sechs Gesellschaften und zwölf Standorte. Alle vier Bosch-Unternehmensbereiche sind in Österreich vertreten: Mobility, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy & Building Technology. Bosch hat in Österreich Einheiten für Entwicklung, Produktion und Vertrieb. An den Standorten in Wien, Linz und Hallein sind internationale Kompetenzzentren für die Entwicklung von Mobilitätslösungen angesiedelt. Produktionsbetriebe gibt es in Hallein, Bischofshofen, Linz und Pasching.

Die gesamte Bosch-Gruppe hat ihren Umsatz im Vorjahr um 3,8 Prozent auf 91,6 Mrd. Euro gesteigert.

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