Bio-Einkäufe legten zu, Öko-Ware weniger stark verteuert

Der Biofleisch-Anteil hat zuletzt leicht zugelegt © APA/dpa/Marijan Murat

Bio-Lebensmittel erfreuen sich in Österreich steigender Beliebtheit. Anlässlich des EU-Bio-Tages präsentierten Bio Austria und AMA Marketing aktuelle Marktzahlen. Demnach kam der Bio-Gesamtmarkt 2021 auf 2,53 Mrd. Euro Umsatz. Rund 2 Mrd. Euro, etwa 81 Prozent, entfallen auf den Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Im ersten Halbjahr stieg der Anteil von Bio-Produkten gegenüber dem Vorjahr von 11,3 auf 12 Prozent des LEH-Gesamtumsatzes und lag damit über dem Vorjahreswert.

Der Direktvertrieb und der Fachhandel steigerten den Umsatz im Vorjahr um knapp 1,2 Prozent auf 341 Mio. Euro. Auf die Gastronomie entfielen Bio-Lebensmittel im Wert von 128 Mio. Euro. Gegenüber 2020 ist dies zwar eine Steigerung um 17,4 Prozent. Allerdings lag dieser Wert vor der Covid-Pandemie bei 142 Mio. Euro. AMA-Geschäftsführer Michael Blass verweist hier auf den Preisdruck, dem diese Branche aktuell ausgesetzt sei.

Den höchsten Bio-Anteil im österreichischen LEH verzeichnen die Sortimente Milch und Naturjoghurt. Aber auch bei Butter, Käse, Wurst und Schinken greifen die Konsumenten vermehrt zu Bio-Produkten.

Die Preise konventioneller Lebensmittel sind im ersten Halbjahr durchschnittlich um 7,8 Prozent gestiegen, Bio-Produkte nur um 3,5 Prozent. „Das bewirkt, dass der Preisunterschied zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln im Regal weiter abnimmt. Und dies erleichtert vielen Konsumentinnen und Konsumenten den Griff zu Bio zusätzlich“, sagt die Biobäuerin und Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann.

Gravierende Unterschiede gibt es etwa bei Milch, Joghurt, Obers und Topfen: Während die Preise konventioneller Produkte im ersten Halbjahr um 10,7 Prozent gestiegen sind, verteuerten sich die Bio-Produkte lediglich um 4,9 Prozent. Der Preis herkömmlicher Butter und Margarine stieg um 25,6 Prozent, jener der Bio-Produkte um 8,2 Prozent. Bio-Frischobst gab es heuer im ersten Halbjahr sogar um 0,4 Prozent günstiger, während konventionelles Obst um 7,6 Prozent teurer angeboten wurde als im Vorjahreszeitraum. Die Ausnahmen: Obwohl konventionelle Erdäpfel und Eier spürbar teurer geworden sind als die Bio-Produkte, sank hier der Bio-Anteil. Lediglich bei Fleisch & Geflügel sowie Wurst und Schinken stiegen die Preise für Bio-Produkte stärker als für konventionelle.

Der Preisanstieg bei konventionellen Lebensmitteln ist auf die hohen Energiepreise und damit auf höhere Kunstdünger-Preise zurückzuführen. Damit steigen auch die Kosten in der konventionellen Landwirtschaft.

Nahezu jeder Haushalt in Österreich kaufte von Jänner bis Juni 2022 mindestens einmal ein Bio-Produkt. Die Frequenz der Einkäufe ging leicht zurück und die Kaufgewohnheiten passen sich langsam einem Vor-Corona-Niveau an. Dennoch landeten insgesamt fast 31 kg Bio-Lebensmittel in den Einkaufswägen, gibt sich die AMA zufrieden.

Rund 26 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche und 22 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe sind Bio-Landwirtschaft. Rund 33 Prozent des Dauergrünlandes und 21 Prozent des Ackerlandes sind Bio-Flächen. Österreichs Obstanlagen haben einen Bio-Anteil von knapp 36 Prozent. Den geringsten Bio-Anteil gibt es bei den Weingärten mit 15 Prozent.

Mit 26 Prozent an Bio-Flächen hat Österreich das Ziel des EU-Bio-Aktionsplanes von 25 Prozent bis 2030 bereits leicht übertroffen, wie Landwirtschaftsminister Totschnig anlässlich des EU-Bio-Tages erklärte. Das österreichische Ziel ist nun, auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zu kommen.

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