Chip-Krise ist nicht ausgestanden

Infineon Austria-CEO: „Tun alles, um Produktion voranzutreiben“

Reinraum der neuen High Tech-Fabrik in Villach, die im September 2021 um 1,6 Milliarden Euro fertiggestellt wurde.
Reinraum der neuen High Tech-Fabrik in Villach, die im September 2021 um 1,6 Milliarden Euro fertiggestellt wurde. © Infineon

Die weltweite Halbleiterkrise beschäftigt die europäische Wirtschaft weiter. Obwohl es Meldungen über eine leichte Entspannung gibt, können Industriebetriebe – auch in Österreich – nach wie vor nicht auf Volllast produzieren, weil wichtige Chips für die Fertigung fehlen. Bei einer Visite von Infineon Austria-Chefin Sabine Herlitschka in der Linzer Technik-HTL LiTec sprach das VOLKSBLATT das Thema Halbleiterkrise an.

„Dort, wo wir selber produzieren, stellen wir so viel Kapazität wie möglich zur Verfügung. Da spielt die neue Chipfabrik in Villach eine wichtige Rolle. Bei Halbleitern, die wir von Vertragsherstellern aus Asien beziehen, bleiben die Engpässe. Aber wir tun alles, um die Chipproduktion weiter voranzutreiben“, so Herlitschka.

Über 8 Milliarden Chips im Vorjahr produziert

In Villach hat Infineon erst im Vorjahr 1,6 Milliarden Euro in eine Kapazitätserweiterung und die neue High Tec-Fabrik gesteckt. Dort werden Chips hergestellt, die vor allem im Bereich Erneuerbare Energie und Elektromobilität zum Einsatz kommen.

Insgesamt wurden hier im Vorjahr über acht Milliarden Chips produziert. In Linz betreibt Infineon eine Niederlassung in Urfahr, wo 200 Mitarbeiter aus 30 Nationen beschäftigt sind. Aktuell werden laut Niederlassungsleiter Manfred Ruhmer zehn weitere gesucht. Entwickelt werden Chips für die Automotive-Industrie – etwa für Radarsensoren, die den Abstand bei fahrenden Autos messen und im Notfall eingreifen als auch Kommunikationslösungen, die den Empfang am Handy verbessern.

Um weitere Fachkräfte zu gewinnen, verstärkt Infineon seine Kooperation mit Schulen. Gemeinsam mit dem LiTec wurde ein „Smart Learning“-Programm gestartet, das einen „aktiven Beitrag für eine Bildung am Puls der Zeit“ leisten soll.

Im Rahmen des Programms werden neueste digitale Techniken für das Lehren und Lernen von Technik genutzt und in enger Anbindung an die Praxis der Industrie verknüpft. Dem Schulteam steht dafür ein eigener Ansprechpartner aus dem Infineon-Standort in Linz zur Verfügung.

„Kooperation stärkt Standort“

Eine Initiative, für die auch der Linzer Vize-Bürgermeister Martin Hajart viel übrig hat: „Mit Infineon haben wir in Linz einen internationalen Leitkonzern, der sich aktiv vernetzt, kooperiert und Wissen aus der industriellen Praxis weitergibt“, so Hajart am Montag im LiTec.

Davon profitiere der Innovationsstandort Linz. Infineon beschäftigt in Österreich 4820 Mitarbeiter, davon 2100 in Forschung und Entwicklung (F&E). 2021 wurde ein Umsatz von 3,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die F&E-Ausgaben lagen bei 516 Millionen Euro.

Von Karl Leitner

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