Deutscher Bahn-Warnstreik beendet

Deutsche Züge wegen streikenden Lokführern auf Abstellgleisen © APA/dpa/Jens Büttner

Der Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL ist beendet. Das teilte die Deutsche Bahn am Freitagabend mit. „Nach Ende des GDL-Streiks laufen die Verkehre schrittweise wieder an“, hieß es online. „Auch nach 22 Uhr wird der Fern- und Regionalverkehr nach dem Notfahrplan verkehren.“ Die GDL hatte zuvor 24 Stunden lang den Personenverkehr bestreikt und für 28 Stunden den Güterverkehr. Die Folge waren Tausende Zugausfälle, im Güterverkehr bildete sich ein langer Rückstau.

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass sie am Samstag wieder das normale Angebot im Personenverkehr auf die Schiene bringen kann. „Einzelne wenige ausfallende Züge als Folgewirkung aus dem Streik der GDL sind insbesondere im morgendlichen Betriebsanlauf möglich“, hieß es. „Die Züge werden vor allem in den Vormittagsstunden sehr stark belegt sein“, sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß. Viele Fahrgäste haben ihre Reisen verschoben – ein großer Teil davon dürfte nun am Samstag in die Züge drängen.

„Wir bitten um Verständnis, dass es morgen etwas voller sein wird in den Zügen, und raten den Fahrgästen, sich vor der Fahrt noch mal zu vergewissern, ob der Zug tatsächlich fährt, und wenn es geht eine Platzreservierung noch zu machen“, sagte Stauß. Es sei auch möglich, die Fahrt noch weiter zu verschieben – die Tickets seien auch später noch gültig.

Der Warnstreik der GDL hatte am Donnerstagabend begonnen. Am Freitag fielen dadurch gut 80 Prozent des Fernverkehrs auf der Schiene aus. Im Regionalverkehr waren die Folgen sehr unterschiedlich, in manchen Regionen fuhr aber so gut wie kein DB-Zug mehr. Die GDL bestreikte auch weitere Eisenbahnunternehmen, etwa den Konzern Transdev.

In Bayern, wo das Unternehmen weiter mit den Auswirkungen des Schneechaos zu tun hat, war kaum ein Zug unterwegs. Die große Ausnahme waren die ÖBB-Korridorzüge, die über das sogenannte „Deutsche Eck“ zwischen Salzburg und Kufstein über deutsches Territorium verkehren. Wie ein ÖBB-Sprecher bereits im Vorfeld des Streiks mitgeteilt hatte, waren diese Züge nicht von dem Streik betroffen. Fernzüge nach München oder Frankfurt fuhren hingegen nur bis Salzburg bzw. Passau. Die Züge des privaten Betreibers Westbahn verkehren bis München.

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Nach dem Warnstreik können Fahrgäste zunächst durchatmen. Bis einschließlich 7. Jänner hat GDL-Chef Weselsky weitere Arbeitskämpfe ausgeschlossen. Danach sollen die Arbeitskämpfe aber länger und intensiver werden. Derzeit führt die GDL eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern über unbefristete Streiks durch. Das Ergebnis wird für den 19. Dezember erwartet.

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