Energiewirtschaft könnte noch bis 2050 CO2-neutral werden

Erneuerbare Stromproduktion im Aufwind © APA/THEMENBILD/ROBERT JAEGER

Noch gibt es die Möglichkeit, dass die weltweite Energieerzeugung bis 2050 CO2-neutral wird. Allerdings ist der Weg dorthin schwieriger geworden als vor zwei Jahren, die Anstrengungen müssten verstärkt werden, schreibt die Internationale Energieorganisation IEA in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Zuletzt seien zwar die erneuerbaren Energiequellen massiv ausgebaut worden, dennoch erreichten die Treibhausgasemissionen des Energiesektors 2022 ein Rekordniveau.

Die Erholung der Wirtschaft von der Covid-Krise und der Angriff Russlands auf die Ukraine ließen die Nutzung von fossilen Energieträgern wieder steigen, vermerkt die IEA. Investitionen in fossile Energieträger nahmen zu und die weltweiten CO2-Emissionen der Energiewirtschaft stiegen auf den Rekordwert von 37 Mrd. Tonnen (Gigatonnen) CO2. Das ist ein Prozent mehr als vor der Covid-Pandemie. Die IEA geht davon aus, dass der Verbrauch von Kohle, Öl und Gas in den 2020er-Jahren seinen Höhepunkt erreicht, auch wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden. „Das ist ermutigend, aber bei weitem nicht genug, um die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten“, schreibt die IEA. Anderseits sei es „zu früh, das 1,5-Grad-Ziel aufzugeben“.

Es gebe „extrem positive Entwicklungen“ bei der Nutzung von Photovoltaik und beim Umstieg auf E-Autos. Der IEA-Pfad zur klimaneutralen Energiewirtschaft sieht aber nicht nur eine Verdreifachung der Kapazität für erneuerbare Energieträger und eine Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2030 vor. Er führt auch zu einer Verdoppelung der Kapazitäten für Atomkraft auf über 900 Gigawatt bis 2050. Und von „Verhaltensänderungen“, die mit der Einsparung von einer Gigatonne CO2 beitragen, geht die IEA auch aus.

Neue, saubere Energietechnologien werden zusammengenommen voraussichtlich nur ein Drittel der bis 2030 erforderlichen Emissionsreduzierungen erzielen. Der Bedarf an fossilen Energieträgern müsste in den kommenden sieben Jahren, bis 2030, um ein Viertel sinken.

Weltweit CO2-neutral bis 2050 heiße nicht, dass jedes Land genau 2050 dieses Ziel erreicht, schreibt die IEA. Vielmehr müssten die Industrieländer dieses Ziel schon 2045 erreichen, China 2050, damit andere Entwicklungsländer über 2050 hinaus Zeit bekommen. Das globale Ziel sei aber nur möglich, wenn alle Staaten ohne Rücksicht auf ihre geopolitischen Interessen zusammenarbeiten.

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