EZB warnt Banken vor Cyberattacken

2024 erster Stresstest zu Risiken von Datenklau und Hackerangriffen

Eine erfolgreiche Attacke sei jederzeit möglich, warnte gestern die EZB-Bankenaufseherin Anneli Tuominen.
Eine erfolgreiche Attacke sei jederzeit möglich, warnte gestern die EZB-Bankenaufseherin Anneli Tuominen. © ExQuisine - stock.adobe.com (Foto KI-generiert)

Die EZB-Bankenaufsicht ist alarmiert von einer zunehmenden Zahl von Cyberangriffen auf Banken. „Uns allen muss klar sein, dass die Bedrohung zugenommen hat“, sagte EZB-Bankenaufseherin Anneli Tuominen am Dienstag der „Börsen-Zeitung“.

Die Zahl der Angriffe auf IT-Systeme liege auf einem höheren Niveau als vor der Corona-Pandemie. „Bisher haben sich die Banken im Euroraum jedoch als widerstandsfähig erwiesen. Die Angriffe waren nicht so schwerwiegend, dass sie einzelne Institute oder das Bankensystem destabilisiert hätten“, so Tuominen.

Stresstest ab Jänner

Eine erfolgreiche Attacke sei aber jederzeit möglich, warnte Tuominen. Im Jänner wird die EZB, die seit 2014 die größten Banken im Euroraum direkt überwacht, ihren ersten Stresstest zu Cyberrisiken beginnen.

„Es wird ein schwerer Cyberangriff simuliert, der den Geschäftsbetrieb unterbricht. Aus Sicht der Institute wird es also ernst“, so Tuominen. Hauptziel sei es, Schwachstellen der Banken zu ermitteln. Fast alle der derzeit 109 direkt von der EZB beaufsichtigten Banken werden einbezogen.

28 davon müssen sich nach Angaben von Tuominen einem erweiterten Test stellen. Genau hinschauen wollen die Aufseher dort, wo Banken IT-Prozesse an Drittanbieter übergeben, um Geld zu sparen. Die Banken sollten auch die mit der Auslagerung verbundenen Risiken begreifen, so Tuominen.

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