Heimische Unternehmen bei Geschlechtergleichstellung säumig

Maßnahmen zur Geschlechtergleichstellung fehlen oft in Firmenzielen © APA/THEMENBILD/GEORG HOCHMUTH

Heimische Betriebe sind beim Thema Geschlechtergleichstellung säumig. In mehr als der Hälfte der 250 befragten Firmen wurden laut den Führungskräften noch „keine kohärenten Gleichstellungsmaßnahmen in den Unternehmenszielen verankert oder umgesetzt“, wie das Beratungsunternehmen Deloitte in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie darlegt. Als „wirksame Maßnahmen“ nannten Angestellte etwa flexible Gestaltung von Arbeitszeit und -ort sowie Angebote zur Kinderbetreuung.

Rund 90 Prozent der befragten Unternehmen würden die „Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeiten und ortsunabhängigem Arbeiten“ bereits anbieten, heißt es weiter. Auch Führung in Teilzeit und Job Sharing gebe es in fast der Hälfte dieser Firmen. Allerdings würden hauptsächlich Frauen Führungspositionen in Teilzeit bekleiden, somit verteile sich unbezahlte Kinderbetreuung und Erwerbseinkommen nicht ausgewogen auf die Geschlechter, kritisiert Elisa Aichinger von Deloitte Österreich.

Frauen seien in den obersten Führungsebenen unterrepräsentiert, stellt Deloitte fest. Jedes zweite Unternehmen wolle dies allerdings in den kommenden Jahren ändern. Jedoch klagen der Befragung zufolge 13 Prozent der Firmen über einen Mangel an qualifizierten Frauen für die Besetzung von Spitzenpositionen. Deloitte verwies dabei auf eine gewisse Diskrepanz, so würden mehr Frauen als Männer einen Universitätsabschluss erlangen.

Die Hauptverantwortung für eine gleichberechtigte Arbeitswelt liegt laut der Studie für Männer vorrangig beim individuellen Handeln (36 Prozent). Frauen sehen demnach eher Politik (35 Prozent) und Unternehmen (42 Prozent) am Zug.

Die Sichtweise der Geschlechter unterscheidet sich auch bezüglich der Jobwahl, denn gerade in gut bezahlten technischen Berufen bilden Frauen eine Ausnahme. Die befragten Männer sehen den Grund in erster Linie im fehlenden Interesse und zu wenige Absolventinnen. Die befragten Frauen machten eher fehlende Vorbilder, konservative Rollenbilder und Vorurteile seitens der Führungsebene dafür verantwortlich.

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Für die Studie wurden angesichts des Weltfrauentags am 8. März insgesamt 500 Angestellte und 250 Führungskräfte, pro Unternehmen eine, befragt.

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