Hoteliers investieren in Coronkrise kräftig in ihre Häuser

Trotz coronabedingter Lockdowns, ausgesperrter Gäste und Kurzarbeit in unsicheren Zeiten haben die heimische Hoteliers die Spendierhosen an – im Sinne von Investitionen in ihre Häuser. Denn die Tourismusbank (ÖHT) hat heuer bisher den Rekordwert von 887 Mio. Euro abgesichert und sieht einen „verfestigten Investitionstrend“, schreibt „Der Standard“ (Donnerstag). Schon 2020 war die Investitionstätigkeit im Tourismus stark gestiegen, die ÖHT sicherte 789 Mio. Euro ab.

Einer der Gründe für die Investitionsfreudigkeit inmitten der Krise sei die Investitionsprämie, die von der Regierung auf den Weg gebracht worden ist, zitiert die Zeitung ÖHT-Generaldirektor Wolfgang Kleemann. Spezielle Förderaktionen in manchen Bundesländern hätten zusätzliche Projekte ausgelöst. Diese Beispiele zeigten, dass durch eine intensive Förderpolitik Investitionsnachfrage entstehen kann. Kleemann begrüßt, „dass für 2022 und die Folgejahre seitens der Bundesregierung zusätzliche Fördermittel bereitgestellt werden. Damit können wir zusätzlich fast 100 Millionen Euro an geförderten Krediten vergeben, und daraus entstehen wieder Investitionen über zumindest 170 Millionen Euro zur nochmaligen Verbesserung unseres Gesamtkunstwerks Tourismus.“

Verschoben habe sich 2021 die regionale Verteilung der Investitionen. Obwohl Tirol wieder auf dem Niveau des bisherigen Tourismusrekordjahres 2019 investiert hat, wurde es von Salzburg überrundet. Kleemann: „Dort hat sich die Fördernachfrage und damit die Investitionstätigkeit seit 2019 verdoppelt.“

Investitionen der Tourismuswirtschaft seien für die regionale Entwicklung besonders wichtig, weil laut Studien 60 Prozent davon im Umkreis von 60 Kilometern um den Investitionsstandort wertschöpfungswirksam werden, so Kleemann laut „Standard“. Es profitierten davon in erster Linie regionale Unternehmen des Bau-und Baunebengewerbes, Tischler, Installateure, Bodenleger und andere mehr.

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) warnt laut Bericht aber vor zu großer Euphorie. „Sicher ist, dass die Investitionsprämie ein gutes Instrument ist und einiges bewirkt hat. Zum Teil sind Projekte wegen der Pandemie vorgezogen worden, weil die Häuser zu und keine Gäste da waren. Andererseits haben sich aber auch die Baukosten deutlich erhöht -zum Teil um 30 Prozent“, sagt Martin Stanits von der ÖHV. Für eine abschließende Bewertung, wie es tatsächlich gelaufen ist, sei es jedenfalls zu früh.

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Die ÖHT stellt gut die Hälfte der benötigten Fremdfinanzierung als nachrangig besichertes Darlehen zur Verfügung. Verzinst werden die Fördermittel des Tourismusministeriums über zehn Jahre zum garantierten Fixzins von 0 Prozent.

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