Internetoffensive: Digitalisierungsoffensive statt Ausbauförderung

Die Bundesregierung hat für den Ausbau des Breitband-Internet Förderungen in Höhe von 400 Mio. Euro vorgesehen. Allerdings verfehle die Förderung ihren Zweck, meint der Branchenverband Internetoffensive Österreich, der eine Reihe von Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) umfasst. Stattdessen solle das Geld in eine Digitalisierungsoffensive für Privatpersonen und Unternehmen investiert werden.

„Durch die Ausschüttung öffentlicher Fördermittel für Bautätigkeiten in den vergangenen Jahren ist der Markt mittlerweile so überhitzt, dass es zu Engpässen und Preissteigerungen für Bautätigkeiten und Equipment kommt“, betonte Natascha Kantauer-Gansch, CCO Consumer der A1 Telekom Austria laut einer Aussendung des Branchenverbandes. Es fehlten aber auch die entsprechenden Arbeitskräfte. „Bis 2030 fehlen 58.000 Personen im IKT-Umfeld“, ergänzte die Managerin. Daher schlage die Branche einen Förderstopp vor. Dieser würde allerdings nicht dazu führen, dass weniger gebaut werde, betonte sie.

Denn der Breitbandausbau sei nicht von der Förderung abhängig, viel mehr müssten bürokratische Hürden abgebaut werden, sagte Kantauer-Gansch. „Wir warten beispielsweise für einfache Baubewilligungen für dringende Ausbautätigkeiten nach wie vor bis zu 18 Monate“, so die Managerin, „Hier sind Bundesländer und Gemeinden gefordert, endlich einfache One-Stop-Shop-Verfahren umzusetzen. Das bringt Kostenvorteile sowie Ressourcenschonung und macht uns zukunftsfit“.

„Österreich hat schon massiv Gelder für die Förderung des Breitbandausbaus ausgegeben. Man sollte nun auch eine Nachfrageförderung für die Menschen einführen“, sagte Rodrigo Diehl, CEO von Magenta Telekom. Dadurch könne man – wie andere Länder zeigen – eine deutlich höhere Nutzung von Breitbandinternet erreichen.

Im Rahmen einer Digitalisierungsoffensive sollten beispielsweise digitale Forschung und Entwicklung sowie digitale Bildung gefördert werden. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive sollte das Geld auch in eine Nachfrageförderung fließen, damit sich Privatpersonen und Unternehmen den Anschluss an Glasfaserinternet oder 5G leisten können, betonte Rudolf Schrefl, CEO von Drei Österreich und Vizepräsident des Branchenverbandes.

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