Sparzinsen-Vergleich im Internet nun auch als OeNB-Service

Zinsraten auf Mobil-App (Symbolbild) © APA/THEMENBILD/EVA MANHART

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat am Mittwoch mit der sogenannten Transparenzplattform für Spareinlagenzinsen ein neues Produkt online gestellt, das den Vergleich von Zinskonditionen für verschiedene Sparformen der in Österreich tätigen Geschäftsbanken ermöglicht. Konsumentinnen und Konsumenten können sich dort – siehe ➡️ Weitere Informationen – nun „umfassend über die Marktentwicklung von Sparprodukten sowie über Konditionen einzelner Banken informieren“.

Die Initiative „Sparzinsen Österreich“ stärke die Finanzkompetenz der Bevölkerung. Zudem stelle sie eine verlässliche Informationsquelle für ihre Anlageentscheidungen zur Verfügung, teilte die OeNB mit. Das Projekt war im August angekündigt worden. Einen Bankenrechner bietet bisher etwa auch die Arbeiterkammer (AK), verschiedene (Zins-)Rechner bieten auch private Plattformen.

Durch die Informationen soll den Sparerinnen und Sparern laut Nationalbank ein guter und einfacher Überblick über die aktuelle Marktsituation geboten werden. Die OeNB-Transparenzplattform dupliziere bewusst nicht bereits vorhandene private und öffentliche Vergleichsplattformen, die konkrete Produkte für bestimmte persönliche Veranlagungswünsche vergleichen. Sie stelle durch den übersichtlichen Marktüberblick und die Erhöhung der Markttransparenz den logisch ersten Schritt in den Vordergrund und schließe damit eine Lücke.

„Sparzinsen Österreich“ decke Sparprodukte ab, die in der Filiale oder auf digital abgeschlossen werden können. Zu diesem Zweck stellen die österreichischen Banken ihre Angebote für täglich fällige Einlagen sowie für Produkte mit Bindungsfristen von 6, 12, 24 und 36 Monaten zur Verfügung.

Es handelt sich hierbei jeweils um einen Zinssatz ohne Bedingungen, welcher unabhängig von der Einlagenhöhe ist (es sei denn, es ist generell eine gewisse Einlagensumme notwendig), keine Neukunden- und Neukapitalaktionen berücksichtigt, sich bei gebundenen Einlagen grundsätzlich auf Produkte mit Einmalzahlungen bezieht und nicht von sonstigen Nebenbedingungen, wie beispielsweise der Eröffnung eines Wertpapierdepots, abhängt.

„Erfolgreicher Vermögensaufbau ist angesichts hoher Inflation, unklarer Wirtschaftsaussichten sowie einer schwer überblickbaren Vielzahl an verschiedenen Spar- und Anlageformen für private Haushalte zu einer schwierigen Aufgabe geworden“, wurde OeNB-Vize-Gouverneur Gottfried Haber in der Notenbank-Aussendung zitiert. Mit der neu entwickelten Transparenzplattform für Spareinlagenzinsen gebe die OeNB heimischen Sparern „nun ein verlässliches Instrument in die Hand, um sich aus zuverlässiger Quelle umfassend über die aktuellen Bedingungen auf dem Markt für Spareinlagen sowie über Details zu konkreten Konditionen aller in Österreich tätigen Banken zu informieren“.

„Mit der neuen, gemeinsamen Transparenzplattform haben wir alle einen noch einfacheren und schnelleren Zugang zu Informationen über die Höhe der Sparzinsen in Österreich“, wurde Willi Cernko, Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in einer Kammeraussendung zitiert. „Durch mehr Transparenz werden die Sparkonditionen der österreichischen Banken noch besser vergleichbar.“ Die Plattform schaffe einen echten Mehrwert für die Kundinnen und Kunden, da sie einen vollständigen Marktüberblick zu den Sparkonditionen aller Banken in Österreich biete.

„Der Fokus liegt dabei auf Sparprodukten, nicht auf Girokonten, die nur dem Zahlungsverkehr dienen“, so Cernko. Die Transparenzplattform für Spareinlagenzinsen informiert ausschließlich über klassische Spareinlagen mit Laufzeiten bis zu 36 Monaten. Andere längerfristige und zweckgerichtete Anlageformen wie etwa Bausparer, Bundesschatzscheine oder auch Wertpapierinvestments würden mangels unmittelbarer Vergleichbarkeit nicht berücksichtigt. Diese sollten bei Veranlagungsentscheidungen aber ebenfalls mitbedacht werden, gibt die OeNB zu bedenken.

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