Volksbank OÖ sieht sich nach Neuaufstellung auf Wachstumspfad

Die Vorstände Andreas Pirkelbauer (l.) und Richard Ecker sehen die Volksbank OÖ AG gut aufgestellt.
Die Vorstände Andreas Pirkelbauer (l.) und Richard Ecker sehen die Volksbank OÖ AG gut aufgestellt. © Volksbank/Lauringer

„Wir sind froh, dass das Ergebnis so ist, wie es ist“, resümiert Vorstandsdirektor Andreas Pirkelbauer das abgelaufene Jahr aus Sicht der Volksbank OÖ AG. Und sein Vorstandskollege Richard Ecker ortet inbesondere mit Blick auf das EGT „eine tolle Entwicklung“, wiewohl sie hauptsächlich von den Zinsen getrieben sei.

Tatsächlich stieg das EGT im Jahresvergleich von 2022 auf 2023 um 15,9 auf 31,7 Millionen Euro. Beim Betriebsergebnis legte die Volksbank um fast zehn Millionen auf 30,4 Millionen Euro zu, das gesamte Kundengeschäftsvolumen wuchs um 235 Millionen oder 4,5 Prozent auf 5,42 Milliarden Euro. Dass es im Kreditgeschäft kein Wachstum gab, begründen Ecker und Pirkelbauer damit, dass man „spekulative Immobilienfinanzierungen“abgebaut habe. Zudem sei man in diesem Bereich im Jahr 2022 überdurchschnittlich gewachsen. Womit die Bilanzsumme mit einem minimalen Rückgang um zwei Millionen auf 2,58 Milliarden praktisch unverändert blieb.

Worüber sich beide Vorstände im Bilanzgespräch mit dem VOLKSBLATT sichtlich freuen, ist eine um 2,33 Prozent auf 15,43 Prozent gestiegene Kernkapitalquote — angepeilt hatte man vor Jahresfrist für 2023 eine Kernkapitalquote von 14 Prozent. Diese Kapitalsituation sei „ein solides Fundament“, so Ecker. Und: „Die Volksbank OÖ ist nun nach der erfolgreichen Neuaufstellung auf dem Wachstumspfad“. Tatsächlich werde es im heurigen Jahr zum letzten Mal eine Filialzusammenführung geben, aktuell habe man 22 Geschäftsstellen. Die Zahl der Mitarbeiter von 297 Ende 2023 soll heuer wieder über 300 wachsen, wobei Pirkelbauer viel daran liegt, dass die Volksbank als familienfreundlicher Arbeitgeber wahrgenommen wird. Als solcher sei man seit Mai 2023 auch zertifiziert. Man wolle „die Verknüpfung von Familie und Beruf künftig noch stärker leben, denn beide Bereiche profitieren voneinander und stehen in gegenseitiger Wechselwirkung“, so Pirkelbauer.

Wichtig ist den Vorständen, dass die Volksbank „als Beraterbank, die in der Region die Kunden kennt, gut aufgestellt ist“. Man könne an allen Standorten die Kompetenzen für Veranlagung, Wohnbaufinanzierung und Firmenkunden anbieten. „Bei uns werden die Einlagen in der Region gesammelt und als Kredit in der Region ausgegeben“, betont Vorstand Ecker.

Die Situation der Wirtschaft wird nach Ansicht von Pirkelbauer übrigens „massiv schlechter geredet, als sie ist“, die Banken sehen „die Konjunkturprobleme in den Büchern noch nicht“. Auch ziehe die Auftragssituation seit dem vierten Quartal wieder an, ergänzt Ecker, der Ausblick jedenfalls sei „eher neutral“. Branchenmäßig spiegle das, was die Volksbank im Bereich der KMU betreue, „die Bandbreite dessen wider, was es in Oberösterreich gibt“. Wenn überhaupt, dann blickt man mit Sorge auf die vergleichsweise höhere Inflation in Österreich, hier könne ein „sukzessiver Wettbewerbsnachteil für Gewerbe und Industrie“ entstehen.

Von der Debatte um die Wohnbaukredite — Fixzinssatz oder variable Zinsen — fühlt man sich bei der Volksbank nicht betroffen, man habe ohnehin 80 Prozent der Kredite im Fixzinssatz. Auch die Beratung sei stark in diese Richtung gegangen, so Pirkelbauer, um auch zu betonen: „Kunden, die variabel finanziert sind, können jederzeit wechseln“. Aber, so der Volksbank-Vorstand unter Verweis auf die Zinssituation: „Jetzt ist jedenfalls der richtige Zeitpunkt, etwas fix zu machen“.

Von Markus Ebert

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