Zu Weihnachten wird auch in harten Zeiten nicht gespart

Christkindlmärkte bringen dem Handel im Advent Frequenz und Stimmung © APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL

Einen Monat vor Weihnachten hat der Wiener Handel die Aussichten auf die jetzt anstehende, wichtigste Geschäftszeit des Jahres präsentiert. Handelsobfrau Margerete Gumprecht verbreitete die Frohbotschaft einer guten Weihnachtskonsumstimmung – trotz drohender Streiks wegen der stockenden, bundesweiten KV-Verhandlungen. Denn die Leute wollten zwar genauer auf ihre Ausgaben achten, diese am Ende aber nicht schmälern. Schließlich geht es am Heiligen Abend um die Liebsten.

Und bei den Liebsten und vor allem bei Kindern werde als letztes gespart, sagte Gumprecht, untermauert mit einer Umfrage, am Donnerstag vor Journalistinnen und Journalisten. Grundsätzlich sei die positive Stimmung angesichts der großen Herausforderungen der vergangenen Jahre sowie anhaltender Lieferkettenprobleme, der Inflation und der Energiekosten schwierig, räumte die Unternehmerin ein. Aber die von der KMU-Forschung Austria erhobenen Daten ließen hoffen.

So blicke man optimistisch auf die anstehenden vier Einkaufssamstage. Auch der 8. Dezember falle mit einem Donnerstag besonders gut fürs Einkaufen, so Gumprecht. Darauf angesprochen, dass am zweiten Einkaufssamstag ein Streik drohe, betonte die Wirtschaftskammer-Handelsobfrau, dass es so weit noch nicht sei. Sie sei optimistisch, dass den Verhandlungspartnern wie auch in den vergangenen Jahren noch eine Einigung gelingen werde.

Trotz der trüben wirtschaftlichen Situation dürften die rund 1,4 Millionen Wienerinnen und Wiener die Mitmenschen beschenken wollen, also zu Weihnachten nicht sparen. Die geplanten Ausgaben je Käufer liegen mit 330 Euro sogar um 10 Euro höher als noch vor einem Jahr. Sieben Packerln mit Geschenken zu je 49 Euro werden im Durchschnitt unter die Christbäume gelegt.

„Wir haben in der Umfrage – auch österreichweit – schon eine Verunsicherung unter den Konsumentinnen und Konsumenten festgestellt“, erläuterte Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria. „Zwei Drittel wollen mehr aufs Geld achten. Gleichzeitig – wenn es um Geschenke und Budgets für Weihnachten geht – ist der Heilige Abend noch immer viel zu wichtig, damit jemand sagt, dass er dabei extrem einsparen will. Der emotionale Effekt zeigt sich deutlich.“

Von den sieben Präsenten werden fünf im stationären Handel gekauft, ergab die Umfrage. Von den 330 Euro werden etwa 94 Euro online ausgegeben. „Ein Drittel jener, die Geschenke kaufen, wollen das in Geschäften ihrer direkten Umgebung tun“, betonte Gumprecht. „Wer Wien liebt, kauft in Wien ein.“ Das sei wichtig, denn wenn man seine kleinen Händler in der Nähe auch in einigen Jahren noch haben wolle, dann müsse man auch weiter dort einkaufen.

Geschenksangabe Nummer eins sind mit 35 Prozent Spielwaren. Gutscheine gewinnen weiter an Bedeutung. Es gibt zudem einen Trend, Geschenke früher zu besorgen. In Wien wurden 400 Menschen ab 15 Jahren befragt, österreichweit 3.000.

Fazit der Fleischerei-Unternehmerin: „Der Heilige Abend bleibt auch heuer ein großer Festtag. Er hat für viele Wiener einen hohen Stellenwert. Und das müssen wir im stationären Handel nützen. Wir wollen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten positive Akzente setzen.“

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