WKStA bestätigt Auslieferungsbegehren gegen einen Mandatar

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat am Mittwoch das von der “ZiB 2” berichtete Auslieferungsbegehren gegen den designierten FPÖ-Finanzreferenten Markus Tschank nicht direkt bestätigt – es bestehe aber ein Begehr auf Auslieferung eines Abgeordneten, hieß es. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sprach Tschank unterdessen das Vertrauen aus.

Die Staatsanwaltschaft erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme, sie habe die Auslieferung eines Nationalratsabgeordneten “hinsichtlich der ihn betreffenden Fakten vor dem Hintergrund des sogenannten ‘Ibiza-Videos'” beantragt. Namen wurden in der Stellungnahme nicht genannt.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte gegenüber dem Ö1-“Mittagsjournal”, man wolle den Antrag genau prüfen, bevor man sich dazu äußert. Erst wenn das Auslieferungsbegehren vorliegt, könne man die Sachlage bewerten, er habe aber mit Tschank gesprochen. “Er sagte, es ist nichts dran und ich vertraue ihm diesbezüglich”, so Hafenecker. Tschank hat den Ende Jänner ins Nationalbank-Direktorium beförderten Eduard Schock als Finanzverantwortlichen der Bundespartei beerbt, ist als solcher bis zum nächsten Parteitag aber nur in dieser Funktion designiert.

Hinsichtlich der beiden medial kolportierten Vereine, die möglicherweise in Zusammenhang mit Parteispenden an die FPÖ stehen könnten, erklärte Hafenecker, die FPÖ habe niemals Gelder von diesen erhalten. Konkret geht es um den Verein “Austria in Motion”, über den Unternehmer zu Spenden aufgefordert worden sein sollen. Beim zweiten Verein handelt es sich laut einem “profil”-Bericht um den Verein “Wirtschaft für Österreich”, an den ein Wiener Manager nach eigener Aussage mehrere Tausend Euro gespendet haben soll – auf Vermittlung von Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus.

“Da wird eine vollkommene Hexenjagd betrieben auf diese beiden Vereine. Wir sind mit beiden Vereinen in Kontakt. Wir können absolut ausschließen, dass es von diesen Vereinen Geldflüsse zur FPÖ gegeben hat”, sagte Hafenecker. Die Vereine werden laut FP-Angaben von einem Wirtschaftsprüfer durchleuchtet, das Ergebnis soll laut Hafenecker Anfang nächster Woche vorliegen.

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