WM-Bronze: Zweiter Streich von „Vinc“

Oberösterreicher holte in der Abfahrt „das Maximum“ und geht gelassen in Kombi

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Vincent Kriechmayr (r.) musste sich in der Abfahrt nur den beiden norwegischen Super-Elchen Kjetil Jansrud (M.) und Aksel Lund Svindal geschlagen geben. © AFP/Nackstrand

„Es war ein verrücktes Rennen, aber ich bin jetzt schon sehr froh, dass es so ausgegangen ist“, verwies Kriechmayr auf die schwierigen Umstände mit Verschiebung, Nebel und Neuschnee. Nach Platz zwei im Super-G wollte er nach Gold greifen: „Es gibt ja noch was über Silber.“ Letztlich war er mit Bronze in der Königsdisziplin aber hochzufrieden: „Ich habe das Maximum rausgeholt, mehr war nicht drinnen“, so der Oberösterreicher, der sich nur den beiden Super-Elchen Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal geschlagen geben musste. Letzteren adelte Kriechmayr danach: „Er ist nicht nur einer der Besten in der Geschichte des Skisports, viel wichtiger ist, dass er einer der Sympathischsten ist“, so der 27-Jährige. Während für Svindal die Karriere damit zu Ende gegangen ist, wartet auf „Vinc“ sogar bei dieser WM in Schweden noch ein Einsatz: „Jetzt kann ich wirklich sehr gelassen in die Super-Kombination gehen.“ Dabei wolle er aber natürlich noch einmal seine Bestleistung abrufen, deshalb stand am Sonntag auch noch ein Slalomtraining auf dem Programm.

„Eine wunderschöne WM für mich“

Erst danach bleibt Zeit zum Feiern und Aufarbeiten: „Es dauert sicher noch einige Zeit, bis ich das alles realisieren werde, sagte der Oberösterreicher. „Ich freue mich irrsinnig, ich habe zwei Medaillen, unglaublich. Das ist eine wunderschöne WM für mich. Es hat letztes Jahr beim Finale (zwei Weltcup-Siege/Anm.) schon super angefangen, anscheinend mag ich den Berg recht gern“, sagte der 27-Jährige, der im März 2018 Abfahrt und Super-G gewonnen hatte.

Mit dem Klimpern um den Hals wurde das Plansoll weit übertroffen, bei der WM in beiden Disziplinen abgeliefert zu haben, mache ihn „schon sehr stolz“. Es sei eine große Genugtuung, wenn man in zwei Disziplinen vorne mitfahren könne. Das sei natürlich auch das Ziel gewesen. „Nicht nur einmal abzuräumen, sondern wenn möglich zweimal. Das ist mir gelungen. Es ist keine Schande, sich von zwei solchen Norwegern schlagen zu lassen.“ Zumal Svindal so etwas wie ein Vorbild für den Athleten von TVN Sparkasse Wels gewesen ist: „Ich habe immer versucht, mich an dem jeweiligen Besten ein bisschen zu orientieren, und Aksel war in den letzten 15 Jahren der dominierende Speedfahrer. Ich habe sehr viel lernen können von ihm“, betonte Kriechmayr. Wie weit er selbst in seiner Entwicklung sei, sei schwierig zu sagen. Er denke aber, dass er sich noch steigern könne. „Das ist das Ziel. Es gibt immer etwas zu verbessern.“