Wo einst Kaiserin Sissi urlaubte

Es gibt Flecken auf dieser Erde, da fühlt man sich auf Anhieb wohl – das Park Hotel Mignon in Meran ist so ein Ort. Die zweitgrößte Stadt Südtirols schmiegt sich übrigens in einen Talkessel entlang der Etsch, eingekesselt von Berggipfeln – und sie verzaubert mit mediterranem Klima und purer Lebenslust ... Das bedeutet: die Südtiroler Gastfreundschaft und die Gegend genießen, gemütlich wandern und dabei entspannen oder Meran und seine Sehenswürdigkeiten erkunden.

Von Harald Engelsberger
Wegen seiner sonnigen und windgeschützten Lage wählte einst die österreichische Kaiserin Elisabeth in den Wintermonaten der Jahre 1870 und 1889 Schloss Trauttmansdorff als Feriensitz. Sie verweilte gleich vier Mal in Meran, wodurch die Kurstadt große Bekanntheit erlangte. Meran hält die Erinnerung daran bis heute wach. So steht an der Sommerpromenade eine „Sissi“-Statue und der „Sissi“-Weg verbindet Schloss Trauttmansdorff mit der Meraner Altstadt.

Heute findet man rund um das Schloss 80 Gartenlandschaften, die ihresgleichen suchen. Wegen des milden Klimas gibt es hier auch eine besondere Artenvielfalt mit verschiedensten Pflanzen aus aller Welt. Der älteste Botanische Garten in Italien erstreckt sich auf einer Fläche von 12 Hektar rund um das Schloss: 400.000 Gäste kommen jedes Jahr, um diese Blütenpracht zu bestaunen.

Wegen seines Klimas und der Luft ist Meran bis heute bei Kurgästen sehr beliebt. Und man findet hier Unterkünfte in allen Kategorien. Wer sich ganz besonders verwöhnen lassen möchte, dem sei das 5-Sterne-Haus Park Hotel Mignon ans Herz gelegt. Hier wird die Südtiroler Mentalität jeden einzelnen Moment spürbar. Eigentlich hat sich das Mignon ja einen sechsten Stern verdient – für den kulinarischen Genuss, den man vom Frühstück bis zum abendlichen 6-Gänge-Menü keinesfalls versäumen sollte. Und für sein Personal, das stets freundlich und zuvorkommend gegenüber jedem einzelnen Gast ist und so den Aufenthalt erst richtig gemütlich macht. Aber bei solch familiären Chefitäten wie Sissi Amort-Ellmenreich und Florian Ellmenreich ist das keine Überraschung …

Entschleunigung pur genießt man im Park Hotel Mignon – einem Architektenbau aus dem Jahr 1962 – vor allem im weitläufigen Wellnessbereich mit großzügiger Bade- und Saunawelt samt künstlichem Kieselstrand. Auf der Dachterrasse hat man einen traumhaften Ausblick auf Meran, den man auch vom Whirlpool aus genießen kann. Das Angebot an Massagen ist ebenso vielfältig wie angenehm. Wir probierten eine Ganzkörpermassage – „von den Ohren bis zu den Zehen“ – und waren nachher total entspannt.

Promi-Gäste im Mignon

Die humorvollen Gäste beim „Salzburger Stier“ in Meran nächtigten im Park Hotel Mignon (v. l.): Stofferl Well, Hotel-Chefin Sissi Amort-Ellmenreich, Michael Well, Kabarettist Gerhard Polt und Karl Well – mit „Bulle“ Ottfried Fischer.

Im Mignon trifft man auch Promigäste wie den „Bullen von Tölz“ Ottfried Fischer – „Ihr seid sicher Österreicher und auch wegen dem Salzburger Stier da“ – oder Kabarettist Gerhard Polt, der mit den Well-Brüdern im Rahmen der Preisverleihung Salzburger Stier einen Auftritt hatte. Meran ist ja Partnerstadt von Salzburg. Unweit vom Park Hotel Mignon findet sich dann noch eine Sommerresidenz der Familie Thurn und Taxis.
Gern gesehene Gäste aus Österreich im Park Hotel Mignon waren auch schon der oö. Landeshauptmann a. D. Josef Pühringer, der amtierende österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen oder dessen Vorgänger Heinz Fischer, wie Mignon-Chefin Sissi Amort-Ellmenreich erzählt.

Beim Spaziergang auf einem der bekannten Waalwege, die zur Bewässerung der Apfel- und Weinplantagen dienen, zeigt Amort-Ellmenreich die Forst-Brauerei und erzählt, dass die Chefin noch mit 103 Jahren ihren täglichen Kontroll-Rundgang in der größten Privatbrauerei Italiens macht. In guten Jahren werden zudem in Südtirol eine Million Tonnen Äpfel geerntet – das sind acht Prozent der gesamteuropäischen Produktion.

Lazarettstadt im Krieg

Schloss Trauttmannsdorf mit dem weitläufig angelegten Botanischen Garten.

Meran war im 2. Weltkrieg eine Lazarettstadt und blieb daher von Bombenangriffen verschont. So auch das frühere Hotel Austria an der Elisabeth-Straße, das von Florian Ellmenreich geleitet wird. Nach dem 1. WK beschlagnahmt und Militärbehörde, wurde in der Zwischenkriegszeit aus der „Pension Austria“ das heutige „Hotel Adria“, um mehr italienische Gäste anzulocken. Im 2. WK war das Hotel ein Lazarett. 1968 wurde dann hier das erste Hotelhallenbad gebaut, das bis heute unverändert geblieben ist, ebenso wie die Original-Terazzoböden von 1868 und das Marmor-Stiegenhaus. Selbst der Aufzug ist zwar modernisiert, fährt aber noch mit der Original-Kabine von 1914. In diesem Haus mit Geschichte und Charakter wurde alles so gelassen, wie es war, und sanft renoviert.
Ebenfalls Geschichte erleben kann man auf dem Meraner Markt: Unter dem Motto „Natürlich regional“ werden hier Landwirtschaft, Handwerk, Tourismus und lokales Stadtgeschehen miteinander verknüpft. Der MM ist eine wöchentliche Attraktion im Zeichen von Regionalität und Nachhaltigkeit, hier dürfen ausschließlich Südtiroler Natur- und Handwerkserzeugnisse verkauft werden.

Anreise-Tipp: Wenn man von Norden kommt, muss man erst über den Brenner in Nordtirol, dann gibt es zwei Wege ins Südtiroler Etschtal und bis nach Meran – entweder fährt man mit dem Auto gemütlich bis Bozen und dann ein paar Kilometer zurück oder man biegt in Sterzing ab und entscheidet sich, den sehenswerten, zweitausend Meter hohen Jaufenpass zu überqueren. Dafür kann man auf der rund 30 Kilometer langen Passstraße mit 20 Kehren einen atemberaubenden Panoramablick genießen.

Der Verfasser nahm auf Einladung der Agentur „Feuer & Flamme“ an der Reise teil.

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