Wohltat für schwere Beine

Tipps von der Kräuterfee

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In ihrer stacheligen Hülle fallen die Samen der Rosskastanie im Herbst vom Baum. © Nimmervoll

Von Gisela Nimmervoll

Der Herbst ist ins Land gezogen. Umgeben von buntem Laub, füllen sich Kinder zu dieser Jahreszeit nur allzu gerne die Taschen mit den glänzenden runden Samen des Rosskastanienbaumes. Pferdchen, Igel, Männchen und mehr werden dann aus den frischen Kastanien gebastelt.

Aber nicht nur zum Basteln, auch in der Volksmedizin kommen Kastanien schon seit Jahren wegen ihrer entzündungshemmenden, entwässernden und schmerzstillenden Substanzen zum Einsatz. Medizinisch anerkannt ist der Einsatz von Kastanienpräperaten bei venösen Problemen wie Beinschwellungen, Krampfadern, schweren, schmerzenden und müden Beinen, Juckreiz und Spannungsgefühl in den Waden sowie Wadenkrämpfen. Experten empfehlen hier vor allem die innerliche Einnahme von Rosskastanienextrakt — man sollte allerdings auf Kastanien-Fertigpräperate aus der Apotheke zurückgreifen, da eine Überdosierung zu Nebenwirkungen wie Übelkeit und Magenbeschwerden führen kann.
Mit selbst angesetztem Kastanienöl oder Kastanientinktur können schwere und geschwollene Füße durch Massieren zusätzlich entlastet werden. Die Inhaltsstoffe, die in Öl und Alkohol übergehen, wirken venentonisierend und schwellungshemmend.

Natürliches Waschmittel

Seit kurzem wiederentdeckt wurde die Kastanie als Waschmittel. Kaum zu glauben, aber der Sud aus zwei bis drei gehackten und mit heißem Wasser aufgegossenen Samen wäscht die Wäsche makellos sauber.
Zurückzuführen ist das auf die in den Kastanien enthaltenen Saponine — seifenähnliche Pflanzeninhaltsstoffe, die einen reinigenden Schaum produzieren. Mit dieser sauberen, geruchsfreien und hautfreundlichen Alternative wird nicht nur Geld gespart, sondern gleichzeitig die Umwelt geschont.

Die gesunden Maroni

Schmackhaft und genießbar sind im Gegensatz zu den Rosskastaniensamen die Edelkastanien — besser bekannt als Maroni oder Esskastanien. In der kalten Jahreszeit sind sie wieder in vielen Straßen, auf Märkten und in Geschäften zu finden. Auch in Wildgerichten dürfen die süßlichen Nüsse in Suppen, Füllungen oder Desserts nicht fehlen.
Noch bevor die Kartoffel in unseren Breiten bekannt wurde, waren Maroni für die ärmere Bevölkerung ein unentbehrliches Grundnahrungsmittel, sogar Brot wurde mit den nahrhaften Nussfrüchten gebacken.

Gesunder Genuss

Mit einer Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen ist der Gesundheitswert von den Maroni nicht außer Acht zu lassen.
Die enthaltenen B-Vitamine stärken Nerven, Gehirn und Muskeln und bringen den Stoffwechsel in Schwung. Menschen mit Rheuma und Gicht sollten des Öfteren zu der gesunden Leckerei greifen, da sie entzündungshemmende und basisch machende Inhaltsstoffe enthält — diese sollen sich lindernd auf die Beschwerden auswirken. Zudem sind die Esskastanien leicht verdaulich und machen aufgrund der komplexen Kohlenhydrate lange satt.

Venentonisierende Kastanien-Massageöl

Zutaten: 2 Handvoll Rosskastaniensamen, 400 ml Olivenöl, 1 Zweig Rosmarin

Zubereitung: Kastanien und Rosmarin klein hacken und in ein großes Schraubglas füllen. Anschließend mit Olivenöl aufgießen und das Glas mit dem Deckel gut verschließen. Das Kastanienmassage- öl soll etwa vier bis fünf Wochen an einem zimmerwarmen, schattigen Ort ziehen. Täglich schütteln. Dann die Kastanienstücke und den Rosmarin mit einem feinen Sieb oder Tuch abseihen und in eine saubere Flasche abfüllen.
Anwendung: Eine walnussgroße Portion des Öls in den Händen verteilen, auf die Beine geben und „einmassieren“.