„Wollen die Chance beim Schopf packen“

Europa League: Der LASK träumt heute (19.45/live LT1) gegen Istanbul vom Aufstieg ins Play-off — Glasner: „Spielen wie immer“

LASK-Kapitän Trauner (r. vs. Larin) konnte sich im Ligaspiel gegen die Admira ausrasten, will mit vollen Akkus die große Sensation schaffen.
LASK-Kapitän Trauner (r. vs. Larin) konnte sich im Ligaspiel gegen die Admira ausrasten, will mit vollen Akkus die große Sensation schaffen. © APA/EXPA/SESKIMPHOTO

Von Tobias Hörtenhuber

„Als wir aufgestiegen sind, stand Besiktas im Achtelfinale der Champions League“ — LASK-Trainer Oliver Glasner führte einen Tag vor dem Rückspiel der Europa-League-Qualifikation nochmals vor Augen, wie groß der Unterschied zwischen den Schwarz-Weißen Oberösterreichern und jenen aus Istanbul eigentlich ist.

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Eigentlich, denn das respektable 0:1 auswärts im Hinspiel ließ dem LASK für heute (19.45/live LT1) alle Chancen. „Und die wollen wir beim Schopf packen“, unterstrich Glasner.

So sollen die große Sensation und der Aufstieg ins Play-off (Gegner Partizan Belgrad oder Nordsjaelland) tatsächlich gelingen:

Messerscharfe Analyse

„Wir haben das Hinspiel sehr, sehr detailliert aufgearbeitet“, erklärte Glasner. Die Mannschaft habe bereits vor dem Abschlusstraining erste Eindrücke per Video zu sehen bekommen, weitere folgen heute, insbesondere von den Standardsituationen.

Aggressives Spiel

„Wir werden so spielen wie immer“, will Glasner auch in dieser speziellen Situation nicht vom LASK-Spielstil abweichen. Heißt: Besiktas unter Druck setzen bzw. aus dem Konter heraus zu Möglichkeiten kommen und laufen, laufen, laufen….

Effizient sein

„Wir haben Ansatzpunkte gefunden, wo wir zu Tormöglichkeiten kommen können.“ Das Trainerteam des LASK weiß genau, wo der 15-fache türkische Meister besonders anfällig ist, Details wurden aber keine verraten, nur so viel: „Wir werden mindestens zu fünf bis sechs Chancen kommen“, ist Glasner überzeugt. Da heißt es dann, eiskalt vor dem Tor zu sein. Goalgetter Joao Victor ist übrigens wieder fit.

Flanken unterbinden

Das Goldtor von Ryan Babel per Kopf im Vodafone Park fiel bereits in Minute sechs nach einer Flanke von rechts, auch die eine oder andere Chance kam so zustande. Das Flügelspiel ist eine der Stärken von Besiktas, das gilt es zu unterbinden. „Wir haben uns etwas überlegt“, schmunzelte Glasner vielsagend.

Körperliche und mentale Frische

Der Druck liegt ganz eindeutig bei den Türken, weiß auch LASK-Kapitän Trauner: „Natürlich wollen wir weiterkommen, aber kein Spieler wird sich besonders unter Druck setzen.“ Diese geistige Unbekümmertheit mit der körperlichen Frische, könnte ein Trumpf sein. Während Besiktas beim Meisterschaftsauftakt gegen Akhisarspor (2:1, Tore: Pepe, Babel) mit der exakt selben Elf wie beim EL-Hinspiel auflief, konnte der LASK gegen die Admira einige Stammkräfte schonen. „Es war etwas ungewohnt, nicht zu spielen, aber es war der richtige Zeitpunkt, die Pause hat gut getan“, kann Trauner, der wie auch Thomas Goiginger (ab 72.) oder Emanuel Pogatetz geschont wurde, das „Spiel der Spiele“ kaum mehr erwarten.

Eine ausverkaufte Gugl

350 der international erlaubten 13.900 Karten sind heute ab 10 Uhr beim Stadion erhältlich, die Gugl wird ausverkauft sein. Es gibt zwar, wie berichtet, keinen Gästesektor, trotzdem werden viele Türken erwartet.

„Haben Respekt vor dem Gegner“

50 Kilogramm Eis, 100 Dosen Red Bull, Gatorade, frische Früchte und vier Massageliegen (nur zwei haben in der Kabine Platz) — das waren einige jener Wünsche, die Besiktas für den Aufenthalt in Linz deponiert hatte. Am Mittwochabend absolvierten die Istanbuler noch eine lockere Einheit im Linzer Stadion, davor standen Trainer Senol Günes und Angreifer Ryan Babel bei großem Andrang von den türkischen Medien in der Pressekonferenz Rede und Antwort.

Dem LASK zollten sie Respekt — machten aber auch keinen Hehl daraus, dass der Aufstieg das erklärte Ziel für den 15-fachen türkischen Meister ist. „Wir haben Respekt vor dem Gegner, der LASK hat sein Potenzial schon gezeigt. Ich glaube, dass der Gegner guten Fußball spielen wird. Aber wir gehen am Platz, um zu gewinnen“, erklärte Trainer Senol Günes, der seine Elf noch nicht bei 100 Prozent sieht. „Es wird ein schwieriges Match. Aber wir haben viel Selbstvertrauen, sind sehr fokussiert und werden in der Lage sein, ein gutes Spiel zu zeigen“, sagte Babel. Die Istanbuler werden mit fast der gleichen Elf wie im Hinspiel erwartet.