Coronavirus – „Worauf wartet ihr noch?“

Kaliforniens Gouverneur hat kein Verständnis für Menschenansammlungen

Maschendraht statt Baywatch. An den kilometerlangen Stränden Kaliforniens sind nicht einmal mehr Surfer erwünscht, an den letzten Wochenenden war hier zu viel Betrieb.
Maschendraht statt Baywatch. An den kilometerlangen Stränden Kaliforniens sind nicht einmal mehr Surfer erwünscht, an den letzten Wochenenden war hier zu viel Betrieb. © AFP/Lacroix

Seit 19. März gelten auch in Kalifornien strenge Ausgangsbeschränkungen. Wie hierzulande sind Restaurants, Bars, Freizeitparks, Messe- und Veranstaltungszentren, Fitnessstudios oder Friseursalons geschlossen, Menschenansammlungen jeglicher Art untersagt.

Der entsprechende Erlass von Gouverneur Gavin Newsom fand offenbar wenig Zuspruch, nun wandte sich Newsom per Twitter erneut an seine Bürger. „Ich kann es nur immer wieder sagen: Bleibt zu Hause!“

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Kaliforniens demokratischer Governor unterstrich seine Ermahnungen mit deutlichen Worten: „Worauf wartet ihr noch? Was muss noch passieren, damit ihr versteht, dass diese Maßnahmen ohne Alternative sind?“ Damit hatte Newsom freilich nicht nur seine Landsleute, sondern auch US-Präsident Donald Trump gemeint. Der Republikaner weigert sich weiterhin, US-weite Ausgangsbeschränkungen zu verhängen.

Mittlerweile sind Schulen, Universitäten, Parks und sogar die berühmten kalifornischen Strände geschlossen, allen Surfern bleibt vorläufig nur mehr die Couch.

Waffen gegen das Virus

In der Corona-Krise zeigen die US-Bürger ihre typischen Reaktionen. Zwar sind die Lebensmittel-Hamsterkäufe wieder abgeebbt, dafür stehen die Menschen nun vor Waffengeschäften Schlange. Die Zahl der Sicherheitsprüfungen für potenzielle Käufer von Schusswaffen explodierte von Februar bis Ende März um etwa 938.000 auf rund 3,7 Millionen Anträge.

Alles ganz normal, versichert die mächtige Waffenlobby. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass es aufgrund politischer oder sozialer Ereignisse zu vermehrten Waffenverkäufen kommt“, meinte eine Sprecherin der Waffenbehörde ATF auf CNN.

Morddrohungen an Fauci

Stimmig dazu ist leider auch der verstärkte Personenschutz, den Virologe und Regierungsberater Anthony Fauci nun bekommt. Der 79-jährige Fauci, Stimme der Vernunft in der Corona-Krise, widersprach mehrfach sogar Donald Trump und wird wegen Morddrohungen rund um die Uhr bewacht.

Der international renommierte Fauci wird von rechten Kommentatoren und Bloggern angefeindet, weil er sich gegen eine baldige Lockerung der Beschränkungen zur Bekämpfung des Virus aussprach.

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