Würdiges Geburtstagskonzert für Anton Bruckner

Mich Gaiggs L'Orfeo Barockorchester in der Pfarrkirchen Ansfelden

Ein beeindruckendes Konzert in der imposanten Kulisse der Pfarrkirchen Ansfelden.
Ein beeindruckendes Konzert in der imposanten Kulisse der Pfarrkirchen Ansfelden. © R. Winkler

Von Christine Grubauer

Das Internationale Brucknerfest 2018 startete am 4. September mit dem Geburtstag von Anton Bruckner in dessen Geburtsort Ansfelden — dort, wo bereits in den Kindheitstagen unseres Meisters die ersten Klänge an sein Ohr und in sein Herz gedrungen sind.

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Mit der Wahl der Pfarrkirche Ansfelden als Austragungsort für ein Geburtstagskonzert und damit die praktizierte Kirchenmusik in Bruckners Jugend als einen Schwerpunkt zu setzen, entschied sich die neue Brucknerhausleitung unter Dietmar Kerschbaum auch für einen interessanten Zugang zur späteren Meisterschaft Bruckners.

Mit dem L’Orfeo Barockorchester und der bewährten Leitung von Michi Gaigg samt dem Ensemble 15.21 (Soli und Chor) war die Ansammlung an praktikabler Kirchenmusik des vorigen Jahrhunderts in besten Händen.

Es erklangen Werke von regionalen Kleinmeistern wie Bruckners Cousin und Taufpate Johann Baptist Weiß (1813-1850) oder Franz Joseph Aumann (1728-1797) sowie Leopold von Zenetti (1805-1892), der Regens Chori aus Enns, — sie alle waren gute Freunde und Berater und schufen immer wieder eine Art Gebrauchsmusik als Basis, auf der schließlich große Meister heranreifen konnten und die auch Anton Bruckner maßgeblich geprägt hat.

Rückblickende Werkschau mit Besonderheiten

Aus diesem Fundus gestaltete Michi Gaigg mit umsichtiger Leitung das Programm. Es fehlte im Konzertverlauf auch nicht ein „Te Deum“ von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Michael Haydn, dessen Deutsches Hochamt „Hier liegt vor deiner Majestät“ zu einem immer wieder gesungenen Liedgut der katholischen Gemeinden geworden ist.

Erich Traxler spielte nicht nur das Continuo, sondern ließ auch mit Zwischenspielen von Weiß und Bruckner die Kirchenorgel imposant erklingen. Zum Abschluss gestaltete der Männerchor mit Wilhelm Floderers „Bruckner Hymne“ in C-Dur, einem Komponisten, der aus Brünn kommend ein Mitstudent Bruckners bei Simon Sechter war.

Im vollen Kirchenraum zu Ansfelden gelang eine rückblickende Werkschau der Besonderheiten, die, mit Würde und Fachkompetenz vorgetragen, als besonderes Erlebnis und Beginn des Brucknerfestes gefeiert und vom Konzertpublikum entsprechend gewürdigt und lang beklatscht wurde.