Wunder wie in Wörgl sind möglich

Viel Sozialkritik, aber auch Witz bei Premiere auf Burg Reichenau

Der Erfolg von Bürgermeister Unterguggenberger alias Christian Kudler erregte großes medíales Interesse.
Der Erfolg von Bürgermeister Unterguggenberger alias Christian Kudler erregte großes medíales Interesse. © Franz Hochreiter

Mit einer spannenden Episode heimischer Zeitgeschichte meldeten sich am Donnerstagabend die von LH a. D. Josef Pühringer eröffneten Burgfestspiele Reichenau nach der Corona-Pause zurück.

Weder Obfrau Stefanie Stadler, noch Regisseurin Doris Harder oder Texterin Nici Neiss hätten bei der Stück-Auswahl gedacht, dass das „Wunder von Wörgl“ – verfilmt mit Karl Markovic und Verena Altenberger – derart an Aktualität gewinnen wird.

Denn wie es Burgherr, Ehrenpräsident Georg Starhemberg in seiner Ansprache formulierte, hat niemand einen derartigen durch den Ukraine-Krieg verursachten Preisanstieg erwartet, der viele Menschen in Bedrängnis bringt. Vergleichbar mit der damaligen Not in Wörgl sei das zwar nicht, aber es gehörten Fehlentwicklungen im Wirtschaftssystem korrigiert.

In gut 100 Minuten zeigt das Stück, wie Bürgermeister Unterguggenberger mittels dem Expertiment Schwundgeld – Geld vermehrt sich nicht durch Zinsen, sondern wird besteuert, wenn man es nicht in Umlauf bringt – den Armen half und die Wirtschaft ankurbelte.

Gedauert hat das Wunder bekanntlich nur von Juli 1932 bis September 1933, das Experiment wurde verboten. Beim Premierenpublikum samt Delegation aus Tirol hat die Inszenierung im einzigartigen Burgambiente, bei der auch der Witz und die Musik nicht zu kurz kommen, großen Anklang gefunden.

Von Heinz Wernitznig

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