Wurzel mit großer Wirkung

Die leicht lagerbare Krenwurzel wirkt nicht nur gegen Bakterien und verschiedene Krankheitserreger, sondern stärkt auch das Immunsystem. Sie fördert die Verdauung und Durchblutung und kann schleimlösend wirken. Allerdings entfalten die darin enthaltenen Senfkörner nur frisch gerieben ihre volle Wirkung.

Zum traditionellen Osterschinken ist der Kren heutzutage nicht wegzudenken. Die kleine heimische Wurzel verleiht aber auch vielen anderen Gerichten die richtige Würze – etwa dem Rote-Rüben-Salat oder dem Semmelkren zum Tafelspitz. Die Wurzel strotz vor ätherischen Ölen und Mineralstoffen und ist somit ein echter Booster für das Immunsystem.

Bereits Hildegard von Bingen wusste vor vielen Jahrhunderten über deren gesundheitsfördernde Wirkung Bescheid und verwendete die leicht lagernde Wurzel bei Verdauungsbeschwerden und Husten.

„Die enthaltenen Senföle können bei zehn bis 20 Gramm frisch geriebenem Kren täglich wie ein Antibiotikum wirken“, weiß Caroline Großtesner, Diätologin am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr: „Aber kurweise sollten sie nicht länger als vier bis sechs Wochen eingenommen werden.“

Der frisch geriebene Kren wirkt aber nicht nur nachweislich gegen Bakterien und verschiedene Krankheitserreger, sondern er stärkt auch das Immunsystem, fördert die Verdauung und Durchblutung und kann schleimlösend wirken.

Pflanzliches Antibiotikum

Der Kren ist auch heute noch ein beliebtes Hausmittel und wirkt unterstützend etwa bei Blasen- und Harnwegsentzündungen, Erkältungen und Atemwegsbeschwerden. Kombiniert mit Kapuzinerkresse kann die Wirkung verstärkt werden. „Bei Magen-Darm-Entzündungen und Geschwüren sowie bei Nierenentzündungen wird von einer Einnahme aber abgeraten“, warnt die TEH-Praktikerin.

Auch bei Muskelschmerzen und Rheuma kann Kren Symptome lindern, dazu werden in der Traditionellen Europäischen Heilkunde (TEH) ein bis zwei Esslöffel frisch geriebener Kren in ein Baumwolltuch eingeschlagen und maximal drei bis fünf Minuten auf die betroffene Stelle aufgelegt. „Aber zu häufiges Auflegen oder starker Konsum können Haut, Magen und Darm reizen. Zudem sollten Hausmittel niemals die Diagnose und Behandlung durch den Arzt ersetzen“, betont Großtesner.

Die erfahrene Diätologin erklärt auch, warum der Kren möglichst frisch gerieben und nicht fertig gekauft werden sollte: „Die antibiotisch wirkenden Senföle sind eigentlich eine Schutzfunktion der Pflanze gegen Fraßfeinde wie Insekten. Sie entsteht durch die Vermischung der beiden Stoffe Glucosinolat und Myrosinase, wenn die Wurzel verletzt wird. Allerdings verflüchtigt sich das Senföl und damit auch die Wirkung an der Luft relativ rasch“, erklärt Großtesner.

Immun-Booster

  • 1 TL frisch geriebener Kren
  • 1 TL Biohonig, 1/8 Bio-Apfelsaft naturtrüb oder Bio-Traubensaft, evt. Schuss Zitrone
  • Gut vermengen und am besten mit einem Topfenbrot genießen, aber nicht auf leerem Magen.

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