Xavier Naidoo: Hin Und Weg (Sony)

Von Martin Oversohl

Keine Politik, kaum Religion — nur Liebe, Sehnsucht und Romantik, Pathos und ein wenig Pose. Xavier Naidoos neue Soloplatte „Hin Und Weg“ kommt als Soundtrack für Verliebte und ein wenig Verlorene daher mit typischem Sound und abwechslungsreichem Mix: ein bisschen Soul oder Pop, vor allem aber Anklänge an Hip-Hop und Rap.

Die 14 Lieder sind vor allem getragen von persönlichen Empfindungen. Naidoo tobt sich nicht mehr verschwörungstheoretisch aus, sondern konzentriert sich auf das, was er am besten kann: auf’s Singen, auf seine konkurrenzlose, bisweilen etwas weinerliche Stimme, auf die eine oder andere Soundtüftelei.

Glatt arrangiert singt sich Naidoo soulig durch Liebeskummer, er feiert „Diese Eine“, würdigt seine Mutter („Königin“) gemeinsam mit Chefket — und bleibt dabei eingängig, im Rahmen des Erwartbaren. Mit „Gute Zeiten“ pendelt Naidoo an der Seite von MoTrip zwischen Pop und Hip-Hop.

„Mein Glück ist besiegelt“ kommt als Klavierballade daher, bei „Welt“ greift Rapper Kontra K zum Mikrofon.

Das neue Album ist eingängig und fehlerfrei produziert — ein echter Hit, der die Massen mitnimmt, ist aber nicht dabei. Es könnte damit an die Erfahrungen des siebten Studioalbums „Für Dich“ anschließen, mit dem Naidoo — anders als in all den Jahren zuvor — nicht auf dem Spitzenplatz der Charts landete.

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