XXXLutz profitiert von verunsicherten Kika/Leiner-Kunden

Im Möbelhandel weht ein rauer Wind. Die Welser Möbelgruppe XXXLutz, zu der auch die Ketten Möbelix und Mömax gehören, heizt den Preiskampf derzeit massiv an. Nach dem besten Jahr der Firmengeschichte 2018 sei nun “das beste Frühjahr aller Zeiten” gefolgt, gab Lutz bekannt. Grund seien vor allem vom Mitbewerber Kika und Leiner zusätzlich gewonnene, verunsicherte Kunden.

“Wir haben uns seit Beginn der Krise bei Kika/Leiner sehr um die verunsicherten Kunden des Mitbewerbers gekümmert und diese mit unserem Gesamtpaket nun fest an uns gebunden”, sagte XXXLutz-Unternehmenssprecher Thomas Saliger. Die Marktführerschaft sei im ersten Quartal weiter ausgebaut worden, die Umsätze hätten deutlich angezogen.

“Enorme Zugewinne” machte XXXLutz nach eigenen Angaben vor allem in jenen Gebieten, in denen acht Kika- bzw. Leiner-Häuser schlossen, das waren Ansfelden, Langenzersdorf, Innsbruck, Spittal, Wolfsberg, Bruck an der Mur, Wiener Neustadt und Vösendorf. Wie es aktuell um Kika und Leiner bestellt ist, wird am Donnerstag bekannt. Kika/Leiner-Chef Reinhold Gütebier wird in Wien eine erste Bilanz über die vergangenen sechs Monate seiner Zeit als CEO bei den Möbelketten ziehen.

Bei XXXLutz steht auch das heurige Jahr im Zeichen der Expansion. Im Mai sei der Markteintritt in Serbien geplant, im Dezember in Polen. In Summe plant die Gruppe 2019 Investitionen von 150 Mio. Euro. 15 neue Einrichtungshäuser sollen entstehen, insgesamt mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Derzeit betreibt die XXXLutz-Gruppe 141 XXXLutz-Einrichtungshäuser, 74 Mömax-Filialen sowie 79 Möbelix-Diskontmärkte und beschäftigt rund 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in elf Ländern.

Einen zusätzlichen Schub würden die Onlineshops der drei Marken bringen. Die Online-Umsätze im Möbelhandel wachsen derzeit zwischen 20 bis 30 Prozent im Jahr, es gibt rund 3.000 reine Online-Anbieter im Möbelmarkt. “Das haben wir frühzeitig erkannt und das schafft uns einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Händlern auf Jahre hinaus”, meinte Saliger.

In der Slowakei startet der Händler mit seiner Linie Möbelix ein Showroom-Konzept auf reduzierter Fläche, in dem ein “Best of” des Sortiments ausgestellt wird, während es im Online-Shop die volle Auswahl gibt. Mit diesem Konzept will der Möbelhändler kleinere Einzugsgebiete bedienen. Statt einer Verkaufsfläche zwischen 4.000 und 6.000 Quadratmetern soll dieses Format nur 1.500 Quadratmeter Fläche haben.

Der Möbeleinzelhandel ist in Österreich 4,5 Mrd. Euro schwer. Marktführer mit einem Anteil von weit über 30 Prozent ist XXXLutz samt seinen Linien Möbelix und Mömax. Für 2018 gab die Gruppe einen Gesamtumsatz von 4,2 Mrd. Euro bekannt – allerdings sind hier auch die Auslandsmärkte miteingerechnet. Der Umsatz von Kika und Leiner betrug zuletzt in Österreich geschätzt 700 Mio. Euro. Ikea machte rund 761 Mio. Euro. Dahinter liegen Möbelhäuser wie Rutar oder Ludwig.

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