XXXLutz will vor Ort die Nummer eins sein

Welser Möbelhandelskette XXXLutz will weiter wachsen und investiert heuer mindestens 150 Mio. Euro

Erst dieses Jahr eröffnete das Unternehmen übernommene Kika-Filialen als XXXLutz-Standorte in Rumänien. Es ist bereits das 13. Land, in dem die Welser Möbelkette aktiv ist. Nun soll das Netz der Filialen verdichtet werden.XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger
Erst dieses Jahr eröffnete das Unternehmen übernommene Kika-Filialen als XXXLutz-Standorte in Rumänien. Es ist bereits das 13. Land, in dem die Welser Möbelkette aktiv ist. Nun soll das Netz der Filialen verdichtet werden. © XXXLutz

Seit mehr als einem Jahr begleitet uns die Corona-Pandemie nun schon – eine Herausforderung selbst auch für die zweitgrößte Möbelhandelskette der Welt, XXXLutz. Bei den Welsern hat man sich mit den Herausforderungen mittlerweile aber arrangiert.

„Natürlich würde jeder gerne eine andere Situation haben, aber man muss die Rahmenbedingungen annehmen, da hilft kein Jammern“, so Unternehmenssprecher Thomas Saliger.

Mit der Entwicklung der Kette, zu der auch Mömax und Möbelix gehören, sei er unter den gegebenen Umständen aber zufrieden, betonte er.

Investitionen von 150 Mio. Euro heuer geplant

XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger ©XXXLutz
XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger ©XXXLutz

Dass man positiv in die Zukunft schaut, beweisen auch die heuer geplanten Investitionen von mindestens 150 Mio. Euro – nach 200 Mio. im vergangenen Jahr.

Damit wird der Wachstumskurs fortgesetzt: Von 4,3 Mrd. Euro im Jahr 2018 mit 22.000 Mitarbeitern steigerte man sich auf 5,1 Mrd. im Corona-beinträchtigten Jahr 2020 mit 25.700 Mitarbeitern. Die Zahl der Filialen erhöhte sich dabei von 250 auf mehr als 320.

Zu einem guten Teil ist das Wachstum auf Zukäufe zurückzuführen, man wachse aber auch organisch, so Saliger. So wurde erst kürzlich ein eigenes Mömax-Werk in Rumänien eröffnet. In Ungarn und Rumänien hatte man zuletzt Standorte des Mitbewerbers Kika übernommen.

„Wollen vor Ort überall die Nummer eins sein“

Dass die XXXLutz-Gruppe mittlerweile zur globalen Nummer zwei hinter den nicht unbekannten Schweden von Ikea aufgestiegen ist, sei schön, die globale Nummer eins vielleicht eine schöne Schlagzeile. Aber im täglichen Geschäft geht es für Saliger um die Leistung und Zufriedenheit vor Ort.

„Die Gesamtgröße beschäftigt den einzelnen Mitarbeiter nicht. Dort, wo wir sind, wollen wir die Nummer eins sein“, betonte er. Dass das in Summe dann mal die Nummer eins der Welt ergeben könnte, wäre dann ein Resultat.

„Aber unser Ansinnen ist, regional – egal ob in Mistelbach oder Rohrbach – die Nummer eins zu sein, das muss der richtige Gedanke hinter allem sein“, verdeutlichte der XXXLutz-Sprecher die Philosophie.

„Wir wollen jedem unserer Mitarbeiter den Fokus zeigen, am Standort, in der Filiale die Nummer eins zu sein, ist wichtig. Und nicht in der Gruppe eine beliebige Nummer. Wenn man sein Geschäft ehrlich macht, dann muss man am Standort die beste Leistung bringen – und das jeden Tag.“

Corona: Online-Shops und unsichere Planung

Auch wenn man insgesamt nicht unglücklich sei, habe die Corona-Pandemie natürlich Probleme verursacht, sagte Saliger. „Es ist wahnsinnig mühsam, es gibt viele Mehrkosten. Transportwege sind durcheinander gekommen, Wiederbeschaffungszeiten sind länger“, gab er einen Einblick. Auch die Lockdowns erforderten Flexibilität, zudem greife die Alternative Online-Verkauf nur bedingt. „Online-Shops können eher im Einstiegspreis-Segment Verluste abfedern. Sie sind eine gute Ergänzung und wir investieren auch entsprechend. Aber Möbel und Einrichtungsgegenstände wollen die Kunden in Natura sehen – die Materialien, die Farben, die Stoffe begutachten“, gab er zu bedenken.

Von Christoph Steiner

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