Zahl der Corona-Toten bisher deutlich unterschätzt

Die Corona-Todesfälle sind in einzelnen Bundesländern deutlich unterschätzt worden. Das zeigt die Aufschlüsselung der von der Regierung „nachgemeldeten“ Sterbefälle. Demnach sind in Niederösterreich drei von zehn Corona-Todesfällen bisher nicht in der Statistik aufgeschienen, noch größer ist der Anteil in Tirol mit gut einem Drittel. Wie Daten der AGES zeigen, reichen die mit Hilfe der Statistik Austria durchgeführten Nachmeldungen bis 2020 zurück.

Laut Gesundheitsministerium betrifft die Nachmeldung Personen mit Covid-19 als Grundleiden bzw. Begleiterkrankung, bei denen bisher aber kein Sterbedatum erfasst wurde. Diese habe man nun durch einen Datenabgleich mit der Todesursachenstatistik der Statistik Austria nachgetragen. Die Statistik Austria bestätigte auf APA-Anfrage am Mittwoch, dass dieser Abgleich heuer erstmals in größerem Umfang durchgeführt wurde. Demnach wurde bei verstorbenen Personen aus der Todesursachenstatistik für 2020 und 2021 das Todesdatum und die Angabe, ob Covid-19 Todesursache oder Begleiterkrankung war, ergänzt.

Das Ministerium hatte am Dienstagabend von 3.412 nachträglich gemeldeten Todesfällen berichtet. Damit stieg die Anzahl der Corona-Toten in Österreich von 16.439 auf 19.851 (Stand Dienstag) bzw. 19.882 Stand Mittwoch. In den genaueren AGES-Zahlen vom Mittwoch schienen dann rund 3.100 Nachmeldungen auf. Diese Statistik zeigt auch, dass die Datenkorrektur bis 2020 zurück reicht. Ging die AGES zum Jahresende 2020 bisher von 6.456 Corona-Toten aus, waren es in den Dienstag veröffentlichten Zahlen 7.637 Sterbefälle nach einer Corona-Infektion. Per Ende 2021 korrigierte die AGES die Sterbefälle um 3.075 nach oben.

Dass das Gesundheitsministerium die Zahl der nachträglich eingemeldeten Corona-Todesfälle höher beziffert, erklärte ein Sprecher damit, dass der Datenabgleich der Statistik Austria mit einem Datenstand Ende März durchgeführt worden sei. Die AGES habe seither einen Teil der Nachmeldungen bereits aufgearbeitet und komme daher auf weniger Nachmeldungen.

Die Nachmeldungen verteilen sich jedenfalls nicht gleichmäßig über die neun Bundesländer. Besonders stark unterschätzt wurde die Zahl der Corona-Toten laut einer der APA vorliegenden Aufschlüsselung der 3.412 Fälle in Tirol. Hier war man bisher von 926 Todesfällen ausgegangen, tatsächlich war es aber ein Drittel mehr. In Niederösterreich schienen drei von zehn Todesfällen bisher nicht in der Statistik auf (922 Nachmeldungen). In Kärnten wurde ein Viertel der Todesfälle nachgemeldet (321).

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Im Burgenland (plus 115) und in Salzburg (plus 190) erhöht sich die Zahl der Corona-Toten durch die Nachmeldungen um ein Fünftel. In Oberösterreich (plus 476) und Vorarlberg (plus 93) machen die Nachmeldungen jeweils 17 Prozent aus. Am wenigsten Nachmeldungen gibt mit 16 Prozent (plus 530) in Wien bzw. 15 Prozent in der Steiermark (plus 443).

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