Zahl der Covid-Patienten hat sich seit September verfünfzehnfacht

Aufteilungsschlüssel und Herunterfahren von geplanten Eingriffen

LINZ — Die Zahl der Corona-Spitalspatienten in OÖ steigt dramatisch: Innerhalb von zwei Monaten hat sie sich verfünfzehnfacht. Gab es am 1. September 22 Covid-19-Patienten, darunter vier auf Intensivstationen, gibt es mit Stand Dienstag 332 Patienten, 30 werden intensivmedizinisch betreut. Im gesamten Bundesland gibt es knapp 7500 Normalbetten und 243 Intensivbetten in den Häusern der OÖ Gesundheitsholding und der Ordensspitäler. Die Träger haben sich nun geeinigt, Covid-19-Erkrankte nach einem bestimmten Schlüssel auf alle Spitäler in OÖ zu verteilen. „Damit können wir sicherstellen, dass sowohl Covid-19-Patienten, als auch andere medizinisch weiterhin gut versorgt werden können“, sagt Lungen-Primar Bernd Lamprecht vom Uniklinikum.

Dafür wurden auch Covid-19-Stationen und Isolationsbereiche reaktiviert, einzelne Stationen freigemacht und Entlassungen und Verlegungen forciert.

Der hohe Personanleinsatz bei Covid-Patienten auf Normal-, vor allem aber auf Intensivstationen bereitet den Ärzten Sorge. Daher tritt nun auch wieder das trägerübergreifende, gemeinsame Intensivbettenmanagement in Kraft. Bei einer Bettenknappheit wird für eine Vermittlung von Notfällen zwischen den Kliniken gesorgt. Die Intensivbetten-Kapazität kann zudem auf bis zu 420 ausgebaut werden.

Die Aufteilung der Covid-19-Patienten hat auch zur Folge, dass geplante Eingriffe nicht wie in der ersten Welle fast komplett abgesagt werden müssen. Eine drastische Leistungsanpassung wird trotzdem erforderlich sein.

Akutversorgung immer möglich

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Die Akutversorgung für Schlaganfall- und Herzinfarkt-Patienten sei immer möglich und es gelte der dringende Appell an alle, in so einem Fall unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Betroffen ist auch die Onkologie. „Diagnostik und Therapie sollen voll leistungsfähig bleiben, nennt Priv.-Doz. Holger Rumpold (Ordensklinikum Linz) das Ziel. Bis dato war es in keinem Spital notwendig, gesamte Leistungsbereiche zu schließen.

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