Zahl der Priesterkandidaten steigt

Die katholische Weltkirche profitiert von einem wachsenden Zulauf in Afrika und Asien

Die katholische Kirche gedenkt heute Petrus (l.) und Paulus (r.). Sie gelten als Begründer der Weltmission. Heute boomt das Glaubensleben aber abseits ihrer antiken Routen.

2129 angehende Priester mehr in Ausbildung und 9524 mehr Priester im aktiven Dienst: Das ist laut den dem VOLKSBLATT vorliegenden Daten des Päpstlichen Missionswerkes die aktuelle Bilanz der katholischen Weltkirche im Vergleich zum Jahr 2004.

Allerdings zeigen die Kontinente völlig konträre Entwicklungen. In Afrika und Asien steigt die Zahl der Priester und Priesterkandidaten jeweils deutlich an, in Europa gehen beide Zahlen mit minus 15 Prozent bzw. minus 31 Prozent im 15-Jahres-Vergleich dagegen stark zurück. Auf dem amerikanischen Kontinent blieb zwar die Zahl der aktiven Priester zwischen 2004 und 2019 relativ stabil, die Zahl der Seminaristen ging mit minus 17 Prozent aber ebenfalls stark zurück.

In Ozeanien leben weltweit mit 10,6 Millionen die wenigsten Katholiken, allerdings treffen die dort tätigen Priester und Priesteranwärter auf eine vergleichsweise schnell wachsende Bevölkerung, sodass in Ozeanien wie in Europa und Amerika auf einen aktiven Priester immer mehr Volk kommt. In Europa ist die Zahl der pro Priester durchschnittlich zu betreuenden Einwohnerzahl zwischen 2004 und 2019 von 3446 auf 4142 deutlich gestiegen (+20 Prozent).

Europa deutlich zurück

Laut Päpstlichem Missionswerk stehen weltweit derzeit 115.328 angehende katholische Priester in Ausbildung. (knapp zwei Drittel davon in diözesanen Seminaren, rund ein Drittel in Ausbildungsstätten der Orden). Während in Afrika, Amerika und Asien jeweils mehr als 30.000 Priester ausgebildet werden, sind dies in Europa mit 17.214 nur mehr halb so viele — Tendenz weiter sinkend.

Weniger Missionszentren

Dies gilt auch für die missionarische Infrastruktur der katholischen Kirche: Laut Päpstlichem Missionswerk ist zuletzt die Zahl der weltweit betriebenen Missionsstationen in nur einem Jahr um 4200 auf 140.450 gesunken.

Von Harald Gruber

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