Zahlreiche Feuerwehreinsätze nach Unwetter im Südburgenland

Im Südburgenland haben am Dienstag Unwetter, die am späten Nachmittag einsetzten, die Feuerwehren auf Trab gehalten. Vor allem in den Bezirken Jennersdorf und Güssing gab es laut Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland wegen Überschwemmungen, abgedeckter Häuser und umgestürzter Bäume zahlreiche Einsätze. Im Bezirk Jennersdorf wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt.

Gegen 16.40 Uhr brach das prognostizierte Unwetter mit Starkregen, Sturm und Hagel über den Bezirk Jennersdorf herein. Besonders betroffen waren dort nach Feuerwehrangaben die Ortschaften Deutsch Kaltenbrunn und Rudersdorf, wo in weniger als 40 Minuten an die 70 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Vor dem Regen fegte ein kurzer, aber umso heftigerer Sturm über beide Ortschaften. Häuser wurden abgedeckt und Bäume wie Streichhölzer geknickt.

Aufgrund der starken Niederschläge konnte die Kanalisation diese Massen an Wasser nicht aufnehmen, etliche Keller und Straßen wurden überflutet. Allein in Deutsch Kaltenbrunn gab es mehr als 50 Einsatzadressen, die mit Unterstützung der Feuerwehren aus Mogersdorf und Wallendorf abgearbeitet wurden. Teile von Deutsch Kaltenbrunn und Umgebung waren für mehr als 40 Minuten ohne Strom. Grund dafür waren umgestürzte Bäume, die die Freileitungen beschädigten.

Umgeknickte Bäume, welche die Straßen blockierten sowie Keller, die teilweise bis zu eineinhalb Meter hoch überflutet wurden, mussten von den Einsatzkräften in beiden Ortschaften unter widrigsten Umständen bewältigt werden, schilderte die Feuerwehr. Zahlreiche Straßen und Wege seien unpassierbar gewesen.

Auch im Bezirk Güssing forderten Unwetter die Einsatzkräfte. Überflutete Keller und blockierte Straßen gehörten auch hier zum Szenario, mit dem sich die Helfer konfrontiert sahen. Ein Hotspot war hier laut Landessicherheitszentrale etwa Neusiedl bei Güssing.

Die letzten Kräfte rückten kurz nach Mitternacht ein, hieß es von der LSZ auf APA-Anfrage. Für manche Helfer geht der Einsatz auch am Mittwoch weiter: Die ersten Feuerwehren sind bereits wieder ausgerückt, um Aufräumarbeiten durchzuführen. Und danach steht auch noch das Reinigen der Gerätschaften an.

Die Hochwasserlage in Oberösterreich hat sich bis Mittwochvormittag entspannt. Bei den Pegelständen wurde eine fallende Tendenz verzeichnet. An der Messstelle Schärding war laut dem Hochwasserbericht des Hydrografischen Dienstes der maximale Wasserstand des Inn um 3.00 Uhr erreicht worden. Die Salzach in Ach im Bezirk Braunau war bereits stark fallend.

Da auch sämtliche Zubringer zu den beiden Flüssen eine sinkende Wasserführung aufwiesen, war mit weiterhin fallenden Pegelständen zu rechnen. Aus Bayern wurden noch steigende Wasserstände der Donau gemeldet. Somit waren für einige Stunden in Oberösterreich noch gleichbleibend hohe oder schwankende Werte zu erwarten. Für die kommenden Tage werden keine weiteren Niederschläge vorausgesagt, die ein Hochwasser auslösen könnten.

Die heftigen Regenfälle vor allem in Westösterreich haben unterdessen auch zu einem Anstieg der Wasserpegel in Wien geführt. Deshalb hat die Stadt ein Badeverbot für die Neue Donau verhängt, wie die MA 45 (Wiener Gewässer) am Mittwoch informierte. Grund sind die starke Strömung und eine Verschlechterung der Wasserqualität. Betroffen davon ist etwa auch der Copa Beach.

Wie üblich bei Donauhochwasser seien auch diesmal wieder rote und gelbe Fahnen entlang der Neuen Donau gehisst worden, so die MA 45. Das bedeutet, dass Baden, Wassersport und Bootfahren verboten sind. Nach Ende des Hochwassers werden die gelben Fahnen wieder eingeholt. Die roten Fahnen bleiben solange gehisst, bis das Badeverbot wieder aufgehoben wird. Wann das sein wird, ist derzeit noch offen.

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