Zehnjähriger fuhr allein nach Linz

Syrischer Bub war in Wien versehentlich in Zug eingestiegen

WIEN/LINZ — Am Bahnhof Wien-Hütteldorf ist am Sonntagvormittag ein zehnjähriger Bub aus Syrien unbemerkt in eine haltende Garnitur der Westbahn gestiegen und bis Linz mitgefahren. Das Kind war in Begleitung seines Vater unterwegs gewesen, der konnte seinen Sohn plötzlich nicht mehr finden. Erst als er sich später mit der Mutter des Kindes an die Polizei wandte, konnte die Sache aufgeklärt werden.

Denn der Bub sprach – möglicherweise wegen der Sprachbarrieren – weder mit dem Zugpersonal noch mit den Polizisten, denen er gegen zehn Uhr am Bahnsteig aufgefallen war, wo er mutterseelenallein herumstand. Er hatte auch keinerlei Dokumente bei sich. Andere Fahrgäste gaben allerdings an, dass der Knirps in Wien-Hütteldorf zugestiegen war.

Weil seine Identität zunächst nicht geklärt werden konnte, wurde der Bub vom Bahnsteig auf die Polizeiinspektion am Linzer Hauptbahnhof und — weil noch keine Abgängigkeitsanzeige vorlag — auf Anordnung der Jugendwohlfahrt in die Akut- ambulanz der Kinderklinik (Med Campus IV.) gebracht.

Gegen Mittag kam dann die Meldung aus Wien, dass sich die Eltern des Zehnjährigen bei der Polizei gemeldet haben. Zweieinhalb Stunden später konnte der junge Ausreißer wohlbehalten wieder an seinen Vater übergeben werden.

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