„Zeigen Firmen die Vision für das Jahr 2035“

IT-Berater Reqpool hilft bei Digitalisierung – Autonome Firmen ohne Chefs sollen keine Utopie mehr sein

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reqpool.jpg © Reqpool

Dass Digitalisierung nicht mehr nur eine leere Worthülse ist, sondern zu tiefgreifenden Veränderungen führt, dürfte mittlerweile (fast) überall angekommen sein. Doch wo wir in der Entwicklung stehen, dass ist noch schwer zu beziffern. Denn die Veränderungen könnten noch viel weiter gehen als es sich viele bisher erwarten. „Die nächsten Schritten werden Blockchain und Künstliche Intelligenz sein. Da wird noch viel kommen, was wir uns noch gar nicht vorstellen können“, erwartet Andreas Viehhauser vom Linzer IT-Beratungsunternehmen Reqpool noch massive Umbrüche. So arbeite etwa Google im Bereich der Künstlichen Intelligenz massiv am Aufbau einer umfassenden Datenbank, erklärt er.

Wenn wir also bei Sicherheitsabfragen drei Ampeln, Zebrastreifen oder Lkw markieren müssen, dann hat dies nur vordergründig mit der Absicherung zu tun.

Bilderkennung Trumpf

„Bilderkennung ist eines der größten Vorhaben im IT-Bereich. Etwa im Bereich des Autonomen Fahrens ist das unerlässlich“, so Firmen-Mitgründer Peter Schnitzhofer. „Das ist ein Baum, das ist ein Strauch, das ist ein laufendes Kind. Wenn der Computer das mal gelernt hat, vergisst er das nicht. Google beschäftigt dazu Hunderte Personen, die den ganzen Tag nur Bilder markieren“, verdeutlicht er die Entwicklung.

Autonome Firmen

Aber die Veränderungen durch die Digitalisierung werden auch Branchen und Unternehmen massiv umkrempeln. Auch eine autonome Firma ohne Chef, in der die meisten Prozesse nur mehr aufgrund von Daten und Algorithmen erledigt werden, sei keine Utopie, so die beiden Experten im VOLKSBLATT-Gespräch.

„Mit Algorithmen, mit Digitalisierung schaffen wir bis 2035 die ersten autonomen Unternehmen. Mit den richtigen Datensammlungen, den richtigen Auswertungen schaffen wir es, die richtigen Schlussfolgerungen herbeizuführen“, haben sie klare Ziele, wo sie die betreuten Firmen hinführen wollen. „Im ersten Schritt werden mögliche Entscheidungen aufgezeigt, der Markt umfassend analysiert. In der finalen Ausbaustufe können Entscheidungen selbst gefasst werden. Dort wollen wir unsere Kunden hinführen“, so Schnitzhofer.

Algorithmen lenken

Die Möglichkeiten sind weitläufig: „Maschinen werden ihre Lebensdauer per Algorithmus selbst analysieren. Kurz bevor sie kaputt wird, wird sie sich selbst austauschen. Wer fährt heute noch mit Straßenkarte in den Urlaub, bald wird das Auto selbst per Navi in den Urlaub fahren“, so der Firmengründer. „So ist das auch mit Unternehmen. Vor allem im administrativen Bereich, Vertrieb, Einkauf, Controlling, Da ist bis jetzt fast nichts geschehen, da werden noch wichtige Schritte passieren. 2025 endet der Software-Zyklus von SAP, da müssen sich viele Unternehmen neu aufstellen“, erklärt er.

Soziale Umbrüche

Dass es durch die Digitalisierung auch zu sozialen Umbrüchen kommen wird, steht für die Experten außer Frage. Aber diesen müsse man sich stellen, so Viehhauser: „Nur weil jemand gesagt hat, wir wollen unsere Pferdekutscher den Job erhalten, ist das Auto nicht aufgehalten worden. Genauso ist es bei der Digitalisierung. Hier kann man vorne dabei sein wenn man will. Sonst wird die Veränderung nicht ohne Schmerzen abgehen.“ Insgesamt würden die Jobs nicht weniger werden, sie würden sich nur verändern, betont Schnitzhofer. „Der Wirtschaft geht es trotz Digitalisierung so gut wie nie. Die Mitarbeiter müssen nur für andere Dinge qualifiziert werden. Die Bereitschaft dafür muss halt gegeben sein“, so der Reqpool-Manager, der sich aber auch bewusst ist, dass nicht jeder bei der Veränderung mithalten wird können: „Es wird Umstöße geben, es wird Reibungseffekte geben, es wird nicht ohne Verlierer abgehen“, so Schnitzhofer.

Nötiges Kleingeld

Für europäische Firmen, sieht man bei Reqpool schwierige Zeiten anbrechen. „Die Amerikaner haben das Spielgeld, erfolgreiche europäische Unternehmen einfach zu übernehmen. Die Chinesen haben auch wenig zu verlieren. Siehe das Beispiel Kuka in Deutschland, da haben die chinesischen Käufer – eigentlich Hersteller – von Haushaltsgeräten einfach mal Milliarden in den Roboterspezialisten investiert“, so Schnitzhofer über die Relationen.

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