Auch 2021 Erleichterungen bei Matura

Auch 2021 wird es aufgrund der Coronapandemie Erleichterungen bei der Matura geben. Die schriftliche Prüfung wird um rund zweieinhalb Wochen nach hinten verschoben und beginnt erst am 20. Mai. Außerdem können die Themenbereiche bei der mündlichen Matura gekürzt werden, die Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeiten bzw. Diplomarbeiten ist nur freiwillig. Wie schon im September angekündigt wird auch die Jahresnote in die Maturanote einbezogen.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) begründet die erneuten Änderungen bei der Matura mit der Umstellung auf Distance Learning im Frühjahr und in den vergangenen Wochen. „Die Abschlussklassen haben ein Recht zu wissen, dass wir die Bedingungen human gestalten. Wir haben auch schon heuer bewiesen, dass wir die Maturaregeln nicht dogmatisch durchziehen, sondern bereit sind, diese situationsbezogen anzupassen.“

Einige Details stehen schon seit Beginn des Schuljahrs fest: Das betrifft die Einbeziehung der Jahresnote in die Maturanote (sowohl schriftlich als auch mündlich) – Zeugnisnote und Prüfungsnote sollen zu gleichen Teilen dafür zählen. Landet man damit genau zwischen zwei Noten, „sticht“ die Prüfungsnote. Voraussetzung: Bei der Prüfung müssen mindestens 30 Prozent der möglichen Punkte erreicht werden. Außerdem werden in Mathematik an den AHS die (schwierigeren) textlastigen Aufgaben weniger stark gewichtet, bei manchen Aufgaben gibt es auch eine „Best-of“-Wertung. Das bedeutet, dass für die Benotung nur jene herangezogen werden, in denen die meisten Punkte erzielt wurden.

Aufgrund des neuerlichen Distance Learning im Herbst dazu kamen die nur freiwillige Präsentation der Abschlussarbeiten, die mögliche Kürzung der Themengebiete bei der (am 7. Juni beginnenden) mündlichen Matura um höchstens ein Drittel sowie die Verlängerung der Arbeitszeit bei der schriftlichen Matura um je eine Stunde. Bereits nach Weihnachten gibt es für die Maturaklassen zusätzlichen Förderunterricht im Ausmaß von zwei Wochenstunden. Zwischen dem Ende des Schuljahrs für Maturanten am 2. Mai und dem Maturastart am 20. Mai steht außerdem ein zweiwöchiger Ergänzungsunterricht in den Maturafächern auf dem Stundenplan.

Bei einer erneuten Verschlechterung der Infektionslage ist aber auch die Abhaltung der mündlichen Matura nicht in Stein gemeißelt, so Faßmann. „Wenn das Sommersemester unerfreulich wird, dann ist die mündliche Prüfung etwas, worüber wir noch sprechen können.“

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Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek zeigte sich mit den Änderungen zufrieden, hätte sich aber eine sofortige Umstellung der mündlichen Matura auf Freiwilligkeit gewünscht. NEOS und SPÖ verwiesen auf eigene Initiativen dazu und reklamierten die Änderungen für sich. Die FPÖ ist gegen ein „Abspecken der Matura“ und will zur alten Reifeprüfung vor Einführung der Zentralmatura zurückkehren.

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