Ziel erreicht, aber die Reise soll weitergehen

Österreich hat nach dem Achtelfinaleinzug bei der EM gegen die Ukraine Blut geleckt

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Der Tag nach dem historischen EM-Achtelfinaleinzug der österreichischen Nationalelf diente vor allem der Regeneration. Bei vielen euphorisierten Fans wohl im Sinne der Katerbewältigung, die Mannschaft erholte sich von dem kräfteraubenden 1:0 gegen die Ukraine.

Bevor am Mittwoch die Vorbereitung auf das K.o.-Duell am Samstag mit Italien startet, haben die Österreicher längst Blut geleckt. „Das ist noch nicht das Ende. Wir sind jetzt im Turnier in einer K.o.-Phase“, sagte Wolfsburg-Legionär Xaver Schlager.

„Wir sind hier um zu träumen. Mal sehen, was da alles geht“, freute sich auch Kapitän David Alaba auf den ersten Auftritt Österreichs bei einer K.o.-Phase eines großen Turniers seit der WM 1954. Das Ziel habe man zwar erreicht, ergänzte mit Christoph Baumgartner der Goldtorschütze gegen die Ukraine. „Aber der Weg ist noch nicht zu Ende.“

Ein drittes Mal Geschichte schreiben

Zweimal haben die Österreicher bei dieser Endrunde schon Geschichte geschrieben, zuerst mit dem Premierensieg gegen Nordmazedonien, dann eben mit dem erstmaligen Weiterkommen.

„Die Emotionen waren großartig, das sind die schönen Momente im Fußball“, meinte ein euphorisierter Teamchef Franco Foda. Auch der 55-Jährige ist überzeugt, dass das Achtelfinale noch nicht das Ende der Fahnenstange sein muss und ein weiterer historischer Coup gelingen kann.

„In einem Spiel ist alles möglich. Wenn du im Achtelfinale bist, willst du natürlich auch ins Viertelfinale.“ Ähnlich sah es Sportdirektor Peter Schöttel:„Wir spielen gegen die vermutlich beste Mannschaft in diesem Turnier, das treibt uns an, die große Sensation zu schaffen.“

Foda hat schon Plan

Mit der bislang so überzeugenden Squadra Azzurra hat man sich bereits beschäftigt und die Spiele gegen die Schweiz und Wales vor Ort beobachtet. „Ich habe bereits einen Plan“, sagte der Deutsche, der bis zum siebenten Lebensjahr die italienische Staatsbürgerschaft besessen hatte. Wenn man so auftreten könne wie gegen die Ukraine und noch eine Schippe drauflege, habe man eine Möglichkeit, ist Foda überzeugt.

Spieler angeschlagen

Die Zeit bis Samstag gilt es auch zu nutzen, um die angeschlagenen Spieler fit zu bekommen. Martin Hinteregger unterzog sich wegen Adduktorenproblemen einer MR-Untersuchung.

Julian Baumgartlinger plagten ähnliche Beschwerden, Sportwissenschaftler Gerhard Zallinger beruhigte aber: „Er hatte nur kleine Überlastungsprobleme.“ Rechtzeitig einsatzbereit dürfte auch Christoph Baumgartner nach seinem Zusammenstoß gegen die Ukraine werden. Sehr gering sind die Chancen dagegen beim weiter am Oberschenkel verletzten Valentino Lazaro.

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