Zinsbergers Sprung auf die Insel war ein doppelter Reifeprozess

Wie England ÖFB-Torfrau veränderte — Am Samstag Duell mit Fußball-Heimat

Manuela Zinsberger gibt die Richtung vor — in England entwickelte sich die 26-Jährige sportlich und persönlich extrem weiter.
Manuela Zinsberger gibt die Richtung vor — in England entwickelte sich die 26-Jährige sportlich und persönlich extrem weiter. © APA/EXPA/Rinderer

Sie war ein Erfolgsgarant beim EM-Sommermärchen 2017 (Platz 3) und ist seither eines DER Gesichter des rot-weiß-roten Frauen-Fußball-Nationalteams. „Es geht nicht mehr um das Sommermärchen, jetzt geht es um etwas Neues“, interessiert Manuela Zinsberger die Vergangenheit aber nur wenig.

Gemeint ist die laufende WM-Quali, die ihren Höhepunkt am Samstag (13.30/live ORF 1) mit dem Match beim makellosen Tabellenführer England (kein Gegentor) findet.

„Eine robuste, physische Mannschaft mit großer individueller Qualität“, gerät die 26-Jährige ins Schwärmen über den Weltranglisten-Achten. Und sie muss es wissen, denn Woche für Woche misst sie sich als Torfrau von Arsenal London mit den englischen Stars.

Der Schritt von Bayern München auf die Insel vor zwei Jahren hob ihr Spiel nochmals auf ein anderes Level. „Ich hab nicht gewusst, welches Potenzial ich noch in mir habe“, gab Zinsberger lachend zu. Erstmals trainiert sie mit einem Vollzeit-Torfrau-Trainer, studiert ihr Spiel per Video und optimierte die Ernährung. Doch mit dem Status quo will sie sich nicht zufriedengeben.

„Ich habe gesehen, ich muss mir die Latte höher setzen. Es gibt immer Luft nach oben.“ Der Lohn: 2020 wurde sie als erste Torfrau zu Österreichs Fußballerin des Jahres gewählt. Doch es geht ihr nicht nur um die sportliche Entwicklung. Von Arsenal-Kapitänin Kim Little etwa versucht sich Zinsberger abzuschauen, wie man eine Mannschaft führt, denn: „Ich möchte nicht nur die lustige und humorvolle Manu sein, sondern zeigen, dass auch ich Verantwortung übernehmen kann.“ Wobei, die Späßchen sollte sich die Stimmungskanone nicht nehmen lassen, denn genau das zeichnet die ÖFB-Truppe aus, neben dem Zusammenhalt und dem Kollektiv.

„Haben ein Fundament“

Zinsberger ist seit 2013 als Nummer eins ein Teil des Teams, hat bereits 72 Länderspiele absolviert. Die ÖFB-Frauen ohne „Manu“ im Tor sind schwer vorstellbar. Also allein auf weiter Flur in Österreich? „Nein, ich bin echt stolz, dass ich sagen kann: Wir haben eine Torwart-Gruppe, in der ich mich wohl fühle, ein Fundament. Ich merke Konkurrenz, das fordert mich im Training.“ Und so hätten ihre Kolleginnen einen großen Anteil an ihrer Leistung am Feld.

Am Samstag will die Niederösterreicherin, in deren Vita ein Treffer für die Neulengbach Juniors steht („Ein Elfer in die Tormitte“), in ihrer fußballerischen Heimat erneut zur Hochform auflaufen — für eine Überraschung auch unbedingt notwendig.

Von Tobias Hörtenhuber

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