Zivildiener: Arbeit mit Sinn

Die Wertschätzung ihrer Arbeit und die Erweiterung ihrer sozialen Kompetenz gaben den Zivildienern Manuel Weißenböck und Christoph Baumann-Baldinger in der Lebenshilfe Vöcklabruck, das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Zivildiener in der Lebenshilfe werden immer wieder gesucht.

Manuel Weißböck (im Bild mit einer Klientin bei ihrer Arbeit) hat seinen Zivildienst bereits abgeleistet. © Lebenshilfe OÖ

Manuel Weißenböck und Christoh Baumann-Baldinger haben eine HTL absolviert und hatten zuvor keine Berührungspunkte mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Für beide waren die ersten Tage im neuen Einsatz als Zivildiener daher „gewöhnungsbedrüftig“– mittlerweile sind sie aber von ihrer Tätigkeit begeistert.

„Ich hätt’s nicht besser erwischen können“, bringt es Manuel Weißenböck auf den Punkt. Er hat seinen Zivildienst in der Lebenshilfe-Werkstätte Vöcklabruck mittlerweile bereits abgeleistet. Bis April arbeitete er in der Pflegegruppe mit schwer beeinträchtigten Menschen.

„Es sind ganz normale Menschen, die behandelt werden wollen, wie jeder andere auch. Anfangs war es zwar ungewohnt, weil sie manchmal auch laut werden können. Aber wenn die Klienten gut drauf sind und der Schmäh rennt, finde ich die Arbeit einfach super“, sagt der Timelkamer (20) jetzt noch mit großer Begeisterung.

Die Dankbarkeit der Bewohner ist schön

Als Zivildiener im Wohnhaus der Lebenshilfe stehen bei Christoph Baumann-Baldinger Haushaltstätigkeiten wie Einkäufe, Küchendienst und Kochen im Vordergrund. Dabei schätzt er den geregelten Tagesablauf und seine Selbstständigkeit. „Ich kann es mir einteilen, wann ich welche Aufgabe erledige“, erzählt der 19-Jährige aus Desselbrunn. Im Umgang mit den Bewohnern schätzt er ihre Dankbarkeit.

Christoph Baumann-Baldinger ist Zivildiener im Wohnhaus der Lebenshilfe und hilft seinen Klienten u. a. beim Essen. ©Lebenshilfe OÖ

„Ich helfe jemanden dabei, die Jacke anzuziehen und bekomme dafür lächelnd einen Daumen gezeigt. Das gibt ein gutes Gefühl, etwas Sinnvolles zu machen. Man baut eine richtige Beziehung auf und lernt die Menschen gut kennen“, sagt er. Seine Arbeitstage sind zwar elf Stunden lang, dafür hat er nach drei, vier Tagen Einsatz den Rest der Woche frei. „Die Arbeit bringt einen auch persönlich weiter, weil die Menschen nicht in ein 0-8-15-Schema passen“, freut sich Baumann-Baldinger über die Erweiterung seines Horizonts.

Jedes Mal ein Zittern, ob wir neue Zivis bekommen

Wir müssen vor jedem Turnus zittern, ob wir genügend Zivildiener bekommen, schildert Stefan Soukup, der Leiter des Wohnhauses Vöcklabruck. Aber gerade die Spaziergänge mit den vielen Rollstuhlfahrern wären ohne die Zivildiener nicht möglich, auch beim Einkaufen oder bei Ausflügen bedeutet das Fehlen von Zivildienern große organisatorische Hürden.

Allein in der Stadt Vöcklabruck gibt es 18 Zivildienststellen zu besetzen, im gesamten Tätigkeitsbereich der Lebenshilfe in Oberösterreich sind 200 engagierte junge Männer im Einsatz. Der nächste Turnus startet bei der Lebenshilfe im August.

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