Zoë Beck: Paradise City

Seuchen haben große Teile Deutschlands entvölkert. Ländliche Gebiete und ehemalige Großstädte sind verwaist. Dieses dystopische Deutschland ist Schauplatz von Zoë Becks Thriller „Paradise City“, der in der Zukunft angesiedelt ist und doch der Gegenwart erschreckend nahe ist. Reporterin Liina wird von ihrer Gesundheitsapp rund um die Uhr bewacht.

Wegen einer Herzkrankheit gilt sie als besonders gefährdet. Schließlich wird sie als Testperson für ein medizinisches Verfahren ausgewählt. Liina arbeitet bei einem der letzten unabhängigen Nachrichtenportale, die als „Wahrheitspresse“ diffamiert werden.

Da niemand mit ihr reden würde, recherchiert sie undercover als vermeintliche Wissenschaftlerin in einem mysteriösen Fall in der Uckermark. Eine Frau ist dort ums Leben gekommen. Die Geschichte erscheint zunächst banal. Doch dann wird eine Kollegin ermordet und Liinas Chef zum Opfer eines Verkehrsunfalls. Nach und nach wird klar, dass alle drei Fälle Teil einer größeren Geschichte sind.

Zoë Becks Buch ist gleichzeitig Thriller und Roman mit gesellschaftspolitischer Brisanz: Klimakrise, Pandemien und Überwachung. Im Mittelpunkt steht die fürsorgliche Belagerung des Bürgers durch den Staat. Doch im Gegenzug verzichten die Menschen auf Freiheit und Selbstbestimmung. Und dass sie das ganz freiwillig machen, erscheint besonders deprimierend.

Zoë Beck: Paradise City. Suhrkamp, 280 Seiten, 16,40 Euro

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