Zündung an, Warnblinker an und dann fünf Mal Vollgas …

Offenbar auch Benziner des VW-Konzerns manipuliert

Offenbar wurden bei den Marken VW, Audi und Porsche auch die Abgas- bzw. Verbrauchswerte benzinbetriebener Fahrzeuge manipuliert: darauf weist ein gestern Sonntag erschienener Bericht der deutschen „Bild“-Zeitung hin. Darin wird auf Aussagen von Zeugen und auf Inhalte unternehmenseigener Präsentationen Bezug genommen. Demnach seien in benzinbetriebene Automatikfahrzeuge Bedienungs-Modi eingebaut worden, die auf dem Prüfstand eine Absenkung der Werte erlaubt haben. Für Testfahrer des VW T5 Bulli habe die Anleitung beispielsweise gelautet: „Zündung an, den Warnblinker betätigen und dann fünf Mal das Gaspedal voll durchtreten.“

Ministerium überrascht

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Ein Sprecher der VW-Gruppe wollte sich gestern nicht zu diesen Vorwürfen äußern. Bislang standen ja bekanntlich nur dieselbetriebene Fahrzeugtypen im Fokus der Betrugsermittlungen. Dazu der Sprecher: VW habe in den vergangenen Monaten mit dem Kraftfahrbundesamt über mehrere Getriebe gesprochen. „Es gibt in diesem Zusammenhang keine neuen Sachverhalte“, so der Konzernsprecher. Aus dem deutschen Verkehrsministerium hieß es gestern, es gebe keine Anhaltspunkte für Manipulationen bei Benzin-Fahrzeugen des VW-Konzerns. Länger bestehende Verdachtsmomente seien bereits überprüft worden. Die in der Causa ermittelnde Staatsanwaltschaft München wollte den „Bild“-Bericht gestern nicht kommentieren.