Zufrieden: Bio-Bauern würden’s wieder tun

98 Prozent der Landwirte würden erneut von konventioneller Bewirtschaftung umsatteln – „Bio“ für viele eine Lebenseinstellung

Einmal für die Bio-Bewirtschaftung entschieden ist der Großteil der Bauern auch Jahre danach noch damit zufrieden.
Einmal für die Bio-Bewirtschaftung entschieden ist der Großteil der Bauern auch Jahre danach noch damit zufrieden. © dpa/Schulze

Bio ist in – und das zumindest bei den praktizierenden Bauern auf langfristiger Basis. Wie eine aktuelle Studie zeigt bereut kaum ein Bio-Landwirt den Umstieg von konventioneller auf biologische Wirtschaftsweise. 98 Prozent der Bio-Bauern würden sich wieder für ein Umsatteln entscheiden, ergab eine repräsentative Umfrage unter 500 Betriebsführern, die das Marktforschungsinstitut Keyquest durchgeführt hat. Konkret würden 89 Prozent „sicher“ wieder den Schritt Richtung Bio setzen, 9 Prozent „eher“wieder. Nur zehn der 500 Befragten gaben an, „eher nicht“ mehr auf Bio umzustellen.

Hohe Identifikation

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Für diese hohe Zufriedenheit mit der aktuellen Situation spricht die Intention für den Umstieg bei den Landwirten: Bio-Bauern begründet sich zu allererst in einer hohen Identifikation mit der biologischen Landwirtschaft: 45 Prozent der Befragten betreiben die biologische Landwirtschaft aus Überzeugung, für sie ist „Bio“ quasi eine Lebenseinstellung, ergab die Umfrage. Für rund ein Drittel sind also Klima- und Naturschutz, artgerechte Tierhaltung sowie Schutz des Bodens wichtige Gründe für die biologische Schiene. Aber auch handfeste wirtschaftliche Gründe gibt für den Umstieg: Jeder vierte Bio-Landwirt (26 Prozent) ist der Ansicht, dass die biologische Wirtschaftsweise auch wirtschaftlich rentabler oder interessanter ist. Für 16 Prozent ist Bio überhaupt der einzig mögliche Weg in die Zukunft.

Neue Vertriebswege

Bio-Landwirte nutzen auch übermäßig neue Vertriebswege. So gibt es hier einen hohen Anteil an Direktvermarktern: 47 Prozent setzen (auch) auf Direktvermarktung ihrer Erzeugnisse, wobei für ein Fünftel (21 Prozent) die Direktvermarktung sogar „große Bedeutung“ hat.

Studienleiter und KeyQUEST Geschäftsführer Johannes Mayr: „Im Vergleich zu konventionellen Betrieben ist der Anteil der Direktvermarkter bei den Bio-Betrieben fast doppelt so hoch. Und natürlich profitieren die Biobauern von der kontinuierlich steigen Nachfrage nach Bio-Produkten.“

Auch einen Grund für die Abkehr von Bio hat die Studie bei den wenigen Skeptikern herausgefunden. Die überbordende Bürokratie, die vor allem kleineren Betrieben zu schaffen macht.