Markus Ebert

Meinung

von Markus Ebert

Zug zum Tor

Wie es aussieht, steuern wir in Sachen Regierungsbildung auf sehr interessante Wochen zu.
Da ist einmal die FPÖ, die zwar von Haus aus nicht mit der ÖVP sondieren will, aber auch nur halbherzig vom Gang in die Opposition spricht und sogar Minister-Ansprüche stellt.

Im Vergleich dazu ist die SPÖ nun zwar einen Schritt weiter gegangen, aber ganz schlüssig wirkt deren Strategie auch nicht. Sondieren will man nach nur einer Runde nicht mehr, aber eine Einladung zu Koalitionsverhandlungen würde man annehmen. Offenbar gibt es diesbezüglich in der SPÖ aber unterschiedliche Auffassungen.

So hatte vor ein paar Tagen Burgenlands SPÖ-Chef Hans Peter Doskozil auf die Frage, ob die SPÖ in eine Koalition mit der ÖVP gehen solle, noch gemeint: „Nein. Jetzt den Mehrheitsbeschaffer zu geben, hielte ich für einen großen Fehler,“ die SPÖ habe „von den Menschen keinen Auftrag erhalten“.

„Nachdem die ÖVP jetzt mit Grün und Pink sondiert, kann sich die SPÖ mit sich selbst beschäftigen.“

Immerhin: Nachdem die ÖVP jetzt noch mit Grün und Pink sondiert, kann sich die SPÖ wieder mit sich selbst beschäftigen. Gut möglich, dass sie im Wartezimmer sitzen bleibt, ohne aufgerufen zu werden.

Denn eines kann man Grünen und Neos nicht abstreiten: Von ihrem Zug zum Tor sind Rot und Blau derzeit weit entfernt.

Wie ist Ihre Meinung?