Zulieferer mit leichten Rückgängen

Automobil-Cluster-Manager Florian Danmayr sieht keine Branchenkrise

Der 34-jährige Florian Danmayr ist seit Juli Manager des Automobil-Clusters Oberösterreich mit 260 Mitgliedsbetrieben.
Der 34-jährige Florian Danmayr ist seit Juli Manager des Automobil-Clusters Oberösterreich mit 260 Mitgliedsbetrieben. © Business Upper Austria

„Wir versuchen mit unserer Arbeit, Innovation durch Kooperation zu ermöglichen. Dazu haben wir die verschiedensten Angebote, von Seminaren über spezifische Ausbildungen bis hin zu Informationsveranstaltungen und Technologie-Projekten“, sagt Florian Danmayr, seit Juli Manager des Automobil-Clusters (AC) Oberösterreich.

Immer wichtiger werde die Internationalisierung, diese sei omnipräsent, so Danmayr, da wirtschaftsdynamisch „die Post“ in anderen Regionen – vor allem in Asien und den USA – abgeht. Mit Oktober startet der Automobil-Cluster seine „Roadmap to Asia“, mit dessen Hilfe heimischen Unternehmen der Eintritt in neue Märkte erleichtert werden soll. Dies umfasst beispielsweise Infos zu rechtlichen Rahmenbedingungen, kulturellen Unterschieden oder die generelle Marktsituation.

Die Lieferanteninnovationstage bei den großen Autokonzernen seien ein weiterer wesentlicher Faktor bei der Arbeit des Clusters, der nächste findet im November bei Fiat-Chrysler in Turin statt. „Dort zeigen die Zulieferer ihre Innovationen“, sagt der 34-jährige Cluster-Manager.

Keine Krise in der Automobilbranche

Generell betrachtet spürt derzeit die heimische Zulieferbranche „durchaus einen Rückgang der Geschäftstätigkeit“. Dieser liege bei bis zu „maximal zehn Prozent, allerdings von einem hohen Niveau kommend“, sagt Danmayr. Das sei kein „Riesen-Drama“, der Auftragseingang für neue Projekte sei nämlich nach wie vor hoch. Größere Rückgänge gebe es jedoch im Maschinenbau, weil wegen geringerer Produktion oftmals Investitionen aufgeschoben oder generell gestoppt werden. Von einer Krise in der Autobranche könne man aber nicht sprechen.

Die beherrschenden Themen in der Automobilbranche sind – teilweise schon seit Jahren – unterschiedliche Antriebstechnologien, Leichtbau, autonomes Fahren, Vernetzung, neue Geschäftsmodelle (etwa Car-Sharing) sowie Cybersicherheit. Die größte Dynamik gebe es hierbei beim automatisierten Fahren, „hier kommt es mehr und mehr zu einer Verschmelzung von IT-Unternehmen mit klassischen Automobilzulieferern“. Jüngstes Beispiel: Eine Anfrage, bei der die Heckscheinwerfer von Daimler-Fahrzeugen gegen Hackerangriffe geschützt werden sollen.

Die Verschiebung in Richtung „Connected Mobility“ seit sicherlich auch ein Grund, warum die klassischen Automessen – IAA, Detroit Auto Show, Genfer Automobilsalon – an Terrain verlieren. „Das drückt sich daher auch dahingehend aus, dass der Mobilitätsbereich auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas so boomt“, sagt Danmayr.

Punkto Mobilität drehen sich sämtliche Diskussionen nur um das Auto. Das sei aber zu kurz gedacht, „denn die Mobilität umfasst ja auch Nutzfahrzeuge, Schwerverkehr oder Drohnen“. Auch in diesen Bereichen wolle der AC künftig vermehrt Akzente setzen. So läuft noch bis 2021 das Projekt „Digitrans“, bei dem die Automatisierung der Logistik im Werksverkehr auf ihre Praktikabilität getestet wird.

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