Zum 60. Todestag von Alfred Kubin kommen drei neue Ausstellungen

„Meine Arche“ ab 30. August, „Dämonische Verführung“ ab 16. Oktober

Alfred Kubin, um 1940 bis 1950
Alfred Kubin, um 1940 bis 1950 © Bibliothek des Oö. Landesmuseums

Heute ist es genau 60 Jahre her, dass der österreichische Künstler Alfred Kubin starb. Der passionierte Grafiker, Schriftsteller und Buchillustrator – geboren am 10. April 1877 in Leitmeritz, Böhmen – hinterließ der Nachwelt unzählige Meisterwerke.

Die Landesgalerie Linz besitzt dabei die weltweit größte Sammlung von Kubin-Exponaten: Etwa 4000 Originalzeichnungen, 70 Skizzenbücher und 5500 Bücher über den Wahloberösterreicher darf das Museum sein Eigen nennen. Ebenfalls in ihrem Besitz ist ein großer Teil Kubins privater Sammlung – darunter Arbeiten von Albrecht Dürer, Oskar Kokoschka und Edvard Munch.

Rund um seinen Todestag schnürt das Oö. Landesmuseum für heuer ein feines Ausstellungspaket: Neben der auslaufenden Schau „Es zog mich durch die Bilder …“, die in Kooperation mit dem Nextcomic-Festival noch bis 25. August in der Landesgalerie Linz zu sehen ist, kommen im Laufe des Jahres noch zwei Ausstellungen hinzu. Den Beginn macht dabei „Meine Arche. Kubins Lebenswelt in Zwickledt“, die bereits am 30. August im Kubin-Haus Zwickledt eröffnet wird und bis 22. September ihre Pforten offen hält. Eben dort, in einem kleinen Schlösschen nahe Wernstein am Inn, verbrachte Kubin den größten Teil seines Künstlerlebens. Hier entstehen über Jahrzehnte jene Werke, die ihn zu einem der bedeutendsten heimischen Künstler machten. In gewohnter Alltagsroutine zeichnet er, schreibt Briefe, erkundet die nähere Umgebung in Spaziergängen. Vieles, was er sieht, fließt in Skizzen ein und wird später in ausgearbeiteten Tuschezeichnungen verwendet.

Zahlreiche Zeichnungen mit familiärem Bezug

Durch eine Nichte Kubins gelangten zahlreiche Blätter mit familiärem Bezug in den Besitz der Landesgalerie. Ergänzt wird die Auswahl mit Bleistiftzeichnungen von Familienmitgliedern sowie einem seltenen Selbstporträt.

In der zweiten Ausstellung „Dämonische Verführung. Alfred Kubins Frauendarstellungen“ begibt man sich dann in eher düstere Gefilde: Im Kubin-Kabinett der Landesgalerie werden dämonische Verführerinnen von Kubin präsentiert. Auch das klassische Motiv der gewerbsmäßigen Verführerin findet sich hier. Hinter den verlockenden Frauen lauert der Tod in Form von Geschlechtskrankheiten, vor allem der Syphilis. Der hingebungsvolle Tänzer im Blatt „Cabaret“ (Bild unten) erkennt seine tödliche Tanzpartnerin nicht. Der Frauenkörper der „Madame Mors“ hat bereits zahlreichen Männern den Tod gebracht. Als Abgesandte des Teufels verhexen Kubins Frauen die Männer und bringen als ewige dämonische Verführerinnen Leid und Tod. Die Eröffnung feiert man am 16. Oktober, bis 19. Jänner ist die Schau dann zu sehen.

Zu erwähnen ist noch die Ausstellung „Fotografien aus dem Leben Kubins“, zu der die Alfred-Kubin-Galerie in Wernstein von 25. August bis 8. September (mittwochs und sonntags) lädt. Dabei sind Fotos aus dem Besitz von Alfred Kubin, Hedwig Kubin und Cilli Lindinger zu sehen – ergänzt wird die Schau mit persönlichen Artefakten und Zeichnungen des Meisters von Zwickledt. Kubin also, wohin das Auge reicht.

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