„Zwangsehen Riegel vorschieben“

Ministerin Raab begrüßt geplante Anhebung des Ehealters auf 18 Jahre

In der von Justizministerin Alma Zadic (Grüne) angepeilten Anhebung des Ehealters auf 18 Jahre sieht Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) „einen wichtigen Schritt, vor allem auch an der Schnittstelle zu Migration und Integration“.

Die Anhebung des Mindestalters für Eheschließungen sei „eine sinnvolle Maßnahme, um Zwangsehen und Kinderehen endgültig einen Riegel vorzuschieben“, betont Raab. Deren Regierungskollegin Zadic hatte im parlamentarischen Menschenrechtsausschuss aber nicht nur angekündigt, die Anhebung des Ehealters prüfen zu wollen, vielmehr werde auch ein Heiratsverbot von Cousins und Cousinen in Erwägung gezogen.

5000 Betroffene

Zwar dürfen Ehen in Österreich schon derzeit grundsätzlich erst mit Volljährigkeit geschlossen werden, allerdings kann das Gericht auch schon 16-Jährige unter bestimmten Voraussetzungen für ehemündig erklären.

Die Bestimmung will man sich der Justizministerin zufolge nun anschauen. Bei im Ausland geschlossenen Ehen von Minderjährigen gebe es Einzelprüfungen.

Integrationsministerin Raab verweist darauf, dass in Österreich rund 5000 Mädchen und Frauen von Zwangsehen betroffen oder bedroht seien — die Dunkelziffer könnte noch deutlich darüber liegen. Sie werde sich jedenfalls mit ihrer „Expertise und langjährigen Erfahrung im Integrationsbereich gern in den Prozess einbringen, um hier eine gute Lösung für Mädchen und Frauen in Österreich zu finden“, betonte die Frauen- und Integrationsministerin.

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