Zwei Fluchtursachen bald abgehakt?

Friedensprozesse im Südsudan und am Horn von Afrika als Hoffnungsschimmer

Anhänger von Rebellenführer Riek Machar feiern den Friedenschluss von Khartum.
Anhänger von Rebellenführer Riek Machar feiern den Friedenschluss von Khartum. © AFP/Shazly

In Afrika gibt es Hoffnung für zwei Konfliktherde, aus denen Millionen Menschen geflohen sind: Nach der Entspannung am Horn von Afrika durch die neue Regierung in Äthiopien soll nun auch der Bürgerkrieg im Südsudan beendet werden. Bei einem Treffen im Nachbarland Sudan einigten sich Präsident Salva Kiir und sein Widersacher und früherer Stellvertreter Riek Machar sowie ein Bündnis von Rebellengruppen am Wochenende auf eine umfassende Friedensregelung. Alle verpflichteten sich zu einer Waffenruhe. Machar wird in einer Übergangsregierung wieder Vizepräsident.

Die Einigung soll einen Krieg beenden, vor dem vier Millionen Menschen — ein Drittel der Bevölkerung — geflohen sind. Zehntausende wurden in dem Konflikt getötet.

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In Äthiopien hat der seit April amtierende Ministerpräsident Abiy Ahmed eine vielversprechende Entwicklung eingeleitet. Der 41-Jährige will nicht nur sein Land in Richtung eines Mehrparteiensystems reformieren, sondern auch den Konflikt mit Eritrea beenden. Schon im Juli haben die beiden ostafrikanischen Länder nach zwei Jahrzehnten Feindschaft wieder diplomatische Beziehungen sowie die Flug- und Telefonverbindungen aufgenommen.

Eritrea gehörte bis zu seiner Unabhängigkeit 1993 zu Äthiopien. Fünf Jahre später brach ein Krieg zwischen den beiden Staaten aus, in dem Zehntausende Menschen ums Leben kamen. Wegen des Konfliktes wurde in Eritrea ein zeitlich unbegrenzter Wehrdienst eingeführt, dem sich viele junge Männer durch Flucht entzogen. Seit 2015 haben mehr als 90.000 Eritrer in EU-Staaten Asyl beantragt.

mm