Zwei Frauen nach Boots-Unfall weiter in kritischem Zustand

Der Zustand der beiden nach dem Kentern eines Pionierbootes auf der Donau bei Hainburg (Bezirk Bruck a.d. Leitha) reanimierten Frauen war im Laufe des Sonntags laut offiziellen Angaben unverändert kritisch. Die Opfer im Alter von 22 und 18 Jahren werden in Wiener Spitälern behandelt. Bei der Untersuchung wurde bisher weder ein Fehler des Bootsführers noch ein technisches Gebrechen festgestellt.

Ausgewertet wurde laut Verteidigungsministerium ein Video, „das die entscheidenden Momente an Bord aufgenommen hat“. Dabei wurde „derzeit weder einen Hinweis auf einen Fahrfehler des Bootsführers noch auf ein technisches Gebrechen“ gefunden, teilte das Ministerium am Sonntagnachmittag mit.

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Das Boot sei, nachdem eine Welle ins Innere geschwappt war, „innerhalb von weniger als 15 Sekunden gesunken“, teilte das Ministerium zu ersten Ergebnissen der noch am Samstag eingesetzten Unfallkommission mit. Untersucht werde, ob die Welle eines Großschiffes in Verbindung mit dem Niedrigwasser der Donau zum Unglück geführt haben könnte. „Dazu gibt es Aussagen von Beteiligten, die dies bestätigen.“ Die Auswertung der Transpondersignale der Donauschifffahrt fehlte noch.

Untersucht werden dem Ministerium zufolge auch noch die Aktivierung und der Ablauf der Rettungskette. Der Zeitpunkt bis zum Vorliegen des Endberichtes sei offen. Alle Informationen würden der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Die vom örtlich zuständigen Militärkommando Niederösterreich eingesetzte Untersuchungskommission habe „alle Personen befragt, die zur Aufklärung des Unglückes beitragen können“. Die Kommission unter der Leitung eines Pionieroffiziers, mit einem rechtskundigen und einem technischen Offizier sowie einem Arzt als weitere Mitglieder ermittelte ebenso wie die Staatsanwaltschaft Korneuburg.

Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass der Zustand der beiden in Wiener Krankenhäuser – AKH und Wilhelminenspital – eingelieferten Frauen „weiterhin kritisch“ sei. Die 22- und die 18-Jährige „werden intensivmedizinisch betreut“. Auch der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) bestätigte den weiterhin kritischen Zustand der beiden jungen Frauen aus Wien und Niederösterreich.

Die jungen Frauen hatten am sogenannten Girls‘ Camp teilgenommen, einem Schnupperwochenende beim Bundesheer für Frauen ab 17. Sie waren am Freitag im burgenländischen Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) „eingerückt“. Das dortige Camp wurde nach dem Unfall auf der Donau vorzeitig beendet.

„Bedauert“ wurde vonseiten des Ministeriums, „dass die Information einiger Angehöriger leider verzögert erfolgte“. Dies werde Teil der weiteren Untersuchung sein. „Ein mangelhafter Informationsfluss an die Eltern – das Schicksal ihrer Kinder betreffend – ist unentschuldbar“, machte das Verteidigungsministerium klar.

Betont wurde auch, dass die Arbeits-und Transportboote nach ihrer Indienststellung 2015 beim Bundesheer „bewusst in kritische Fahrsituationen gebracht“ worden seien, „um die Grenzen auszuloten. Dabei ist es nie gelungen, das Boot zum Kentern zu bringen“.

Das Wasserfahrzeug ist laut dem Ministerium für 14 Personen zugelassen. An Bord des am Samstag verunglückten Bootes seien 13 gewesen. Alle Insassen hätten Rettungswesten getragen.

Das Pionierboot mit einem Unteroffizier als Steuermann war mit acht Girls‘ Camp-Teilnehmerinnen und fünf Soldaten besetzt, als es am Samstag gegen 10.00 Uhr kenterte. Zwei Frauen im Alter von 22 und 18 mussten in der Folge reanimiert werden. Sie waren unter das 8,5 Meter lange, 2,5 Meter breite und 2,5 Tonnen schwer Arbeits- und Transportboot geraten.

Insgesamt seien 26 junge Frauen in drei Booten unterwegs gewesen, teilte Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium der APA mit. Zusätzlich habe es ein Rettungsboot gegeben. Alle Insassen hätten Schwimmwesten getragen.

Die Frauen und Soldaten, die sich auf dem verunglückten Pionierboot befunden hatten, wurden ebenso psychologisch betreut wie die anderen Teilnehmer an dem Girls‘ Camp. Dazu wurde laut dem Verteidigungsministerium alle verfügbaren Psychologen und Peers des Bundesheeres zusammengezogen.